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Anmerkungen. 449
und das ſeither dem dicken Kaiſer zugefügte Unrecht einzuſehen, und es wird
zugegeben, daß die Machinationen des hohen Klerus, der damals mit der Ein⸗
führung des pſfeudo⸗iſidoriſchen Kirchenrechts in Deutſchland beſchäftigt war
und einen ſeinen herrſchſüchtigen Beſtrebungen willfährigen Kaiſer bedurfte,
„guten Teils“ an jener Abſetzung Schuld geweſen. S. Gfrörer, Geſchichte der
oſt⸗ und weſtfränkiſchen Karolinger II. 293.
153) „Fortis juventus, virtus audax bellica,
Vestra per muros audiantur carmina,
Et sit in armis alterna vigilia,
Ne fraus hostilis haec invadat moenia.
Resultat echo comes: Eja, vigila!
Per muros eja dicat echo vigila!“
Gefahr lehrt Verſe machen! Der Geſang der Nachtwachen von Modena, deſſen
ganzen Text Muratori antiqu. Ital. III. 709 mitteilt, wetteifert an Wärme
und rhythmiſchem Schwung mit den Kriegsliedern aller Zeiten. — Einen Bitt⸗
geſang an den heiligen Geminianus um Schutz und Schirm wider die Hunnen
in gleichem Metrum ſ. bei Muratori antiqu. Ital. I. 22.
154) Mit Aufrichtung der Fahne wurde das Volk aufgeboten und verſammelt.
Nach nordiſchem Brauch wurde im Fall feindlichen Eingriffs ſchnell ein Pfeil
herumgeſchickt, das Volk zu entbieten, herör, der Heerpfeil. S. Grimm,
Rechtsaltertümer 161. 162.
155) Walafrid Strabo, Abt der Reichenau, ein gefeierter Dichter der karo⸗
lingiſchen Epoche. Manche ſeiner lateiniſchen Poeſien ſind von einem zarten
Hauch durchweht, der an die Elegiker des Altertums erinnert. Es finden ſich
darunter eine Beſchreibung ſeines Kloſtergartens, ſowie eine Elegie an ſeine
Freundin (ad amicam), und hierauf ſcheint ſich Simon Bardos Außerung zu
beziehen. Der Anfang der letztern iſt allerdings ſehr weich:
Wenn mildſchimmernden Scheins der Mond den Ather durchleuchtet,
Dann durch die wehende Nacht, o Freundin, ſchaue zum Himmel,
Eingedenk, wie von dort die reine Leuchte herabglänzt
Und mit demſelbigen Strahl uns beide freundlich umſchlinget,
Die wir leiblich zwar fern, doch geiſtig in Liebe uns nah ſind.
Darf auch nimmer mein Auge in dem der Geliebten ſich ſpiegeln,
Bleibt uns der Mond doch als Pfand von ſtill glückſeligem Ehmals ꝛc.
Des mehreren von ihm iſt nachzuleſen bei: Canisius Lect. ant. ed Basnage,
pars II. 183 u. ff.
156) Das griechiſche Feuer, eine Miſchung von Naphta, Schwefel und Pech,
durch Waſſer nicht zu löſchen, leiſtete ſeine Dienſte ſchon bei der Belagerung
Konſtantinopels im Jahre 716 wider die Sarazenen und rettete im Jahr 941
die Hauptſtadt vor einer ruſſiſchen Flotte, die unter Igor, Ruriks Sohn, die
ſchon damals gangbare Prophezeiung zu verwirklichen drohte, daß die Ruſſen
„in den letzten Tagen Herren von Konſtantinopel werden würden“. Seine Ver⸗
wendung wurde zu einer förmlichen Artilleriekunſt ausgebildet und von den
griechiſchen Kaiſern als ein wichtiges Staatsgeheimnis bewahrt. Die franzö⸗
ſiſchen Kreuzfahrer, die der heilige Ludwig in Orient führte, beſchrieben mit
aufrichtigem Entſetzen den Anblick der zerſtörenden Geſchoſſe. S. Joinville,
histoire de St. Louis, Paris 1668 p. 39.
157) .. ipse velut Domini gigans lorica indutus, cucullam super-
induens et stolam, ipsos eadem facere jubet: „Contra diabolum, ait,
fratres mei, quam hactenus animis in Deoo confisi pugnaverimus, ut
nunc manibus ostendere valeamus, ab ipso petamus.“ Ekkeh. IV.
casus S. Galli c. 3. Pertz II. 104.
Scheffel. V.VI. 29
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