Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-4/6
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 6: Ekkehard. 2. Teil.)
[1916]
Seite: 452
(PDF, 52 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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452 Anmerkungen.

Grimm, Rechtsaltertümer p. 876. Gleiche Sprachbildung — Verſtärkung des
Subſtantivs durch einen angehängten Ausruf — liegt den Hilferufen Mordio,
Feurio! uſw. zu Grunde.
184) „Ich ſelbſt, ſprach Attila vor Beginn der Schlacht in den catalauniſchen
Feldern zu ſeinen Kriegern, werde den erſten Wurfſpieß ſchleudern, und der
Elende, der ſich weigert, das Beiſpiel ſeines Fürſten nachzuahmen, iſt unver⸗
meidlichem Tode verfallen!“ S. Gibbon, a. a. O. cap. 35 (7).
185) Noch im ſechzehnten Jahrhundert bewahrten die deutſchen Landsknechte
die Sitte, ſich rücklings Erde übers Haupt zu ſtreuen, ehe ſie ins Wogen des
Treffens rückten. So der tapfere Georg von Frundsberg vor der Schlacht von
Pavia.
186) Wir können uns nicht enthalten, den einfach großartigen Text des Not⸗
keriſchen Liedes media vita mitzuteilen, ſo wie ihn J. v. Arx ſeinen Geſchich⸗
ten des Kantons St. Gallen I. p. 95 einverleibt hat.
„Media, vita in morte sumus, quem quaerimus adjutorem, nisi te
domine, qui pro peccatis nostris juste irasceris.
V. In te speraverunt patres nostri, speraverunt et liberasti eos.
R. Sancte deus.
V. Ad te clamaverunt patres nostri, clamaverunt et non sunt confusi.
R. Sancte fortis.
V. Ne despicias nos in tempore senectutis, cum defecerit virtus
nostra, ne derelinquas nos.
R. Sancte et misericors salvator, amarae morti ne tradas nos.“
Es fand ſo großen Anklang im Gemüt frommer Streiter, daß eine Synode
zu Köln ſich gemüßigt ſah anzuordnen, niemand ſolle ohne ſeines Biſchofs Er⸗
laubnis gegen irgendeinen Menſchen das media vita ſingen. In das evan⸗
geliſche Kirchenlied ging es über durch Luthers Überſetzung: „Mitten wir im
Leben ſind von dem Tod umfangen ꝛc.“
187) . . haud mora, bellum incipitur atque ex Christianorum parte
sancta mirabilisque vox „kyrie“, ex eorum turpis et diabolica „hui,
huil!“ frequenter auditur. Luitprand von Cremona de reb. imp. et
regum lib. II. cap. 9.
188) Folchardi codex aureus (Bibliothek zu St. Gallen) p. 39.
189) ſ. Bernhard Bader, Volksſagen aus dem Lande Baden p. 34.
190) Den merkwürdigen Landhag, mit dem die Ungarn zu Karl des Großen
Zeit ihre Grenzen geſperrt hatten, beſchreibt nach Erzählung eines Augenzeugen
der Mönch von St. Gallen, gesta Caroli lib. VI. cap. 1 bei Pertz, Mon.
II. 748.
191) . Hiam mitius agendum inter Teutones!
192) Nam et villani quidam praedocti ollas, prunas in proximo monte
paratas habentes, tumultu audito faces accensas levabant, et ut dis-
cretionem sociorum et hostium nossent, quasi, perlustrium fecerant.
Die anſchauliche Darſtellung dieſes Überfalls des ungariſchen Lagers im Frick⸗
tal durch Ilminger, den Alten, mit ſeinen ſechs Söhnen und ihrer Mannſchaft
gibt Ekkeh. IV. casus S. Galli cap. 3 bei Pertz, Mon. II. 110. Im Schein
der rings auf den Bergen flammenden Feuerzeichen ſtürmten ihre drei Heer⸗
haufen in den ſorgloſen Feind. Wer nicht in keckem Schwimmen über den
Rhein ſetzte, wurde erſchlagen; die Beuteſtücke der Schlacht weihte Irminger
dem Münſter des heiligen Fridolin zu Säckingen. Eine auf dem rechten Rhein⸗
ufer gelagerte ungriſche Schar zog fich auf die Nachricht dieſer Niederlage ins
Elſaß hinüber.


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