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Anmerkungen. 457
barari ob incerti bemporis momentum, duem duabus quotidie vicibus
diversis alimentorum aliarumve rerum impensis summotenus implevit
et victu carentibus hilariter distribuit. Vita S. Rimberti c. 14 bei Pertz,
Mon. II. 771.
243) .. moribus tamen illa suis severis et efferis sepe virum exaspe-
rans domi interdum quam secum mansisse multo malle fecerat. Ekkeh.
IV. casus S. Galli c. 10 bei Pertz, Mon. II. 123.
244) S. Ekkeh. IV. casus S. Galli c. 3 bei Pertz, Monum. II. 108.
245) Ekkehard verflicht hier ſich und ſeinen Namen mit dem, was die Sage
vom getreuen Eckhart erzählt. S. Grimm, deutſche Heldenſagen 144. 190 und
deutſche Mythologie p. 887.
246) „In unſerer alten Sprache wird die feſtlichſte Jahreszeit, wo die Sonne
ihren Gipfel erlangt hat und nun wieder herabſinken muß, Sunnewende
(solstitium) genannt.“ Grimm, deutſche Mythologie p. 583. Sie trifft mit
dem St. Johannistag (24. Juni) zuſammen; die altherkömmlichen Oſter⸗ und
Maifeuer wurden durch den Einfluß der Kirche auf dieſen Tag verlegt. Man
ſprang durch die Flammen und trieb das Vieh durch zu vermeintlicher Abwehr
von Krankheit und Mißgeſchick.
247) Das Beſtreben einiger Mönche, durch feſtes Schnüren des faltigen Ge⸗
wandes eine elegante Taille zu gewinnen, veranlaßte auf der Synode zu Mont
Notre⸗Dame (972) eine zornſprühende Ereiferung des Primas. S. Richers Ge⸗
ſchichte III. 37.
248) Sirach 27. 6.
249) Die Kirche der quattro coronati in Rom mit ihren alten Moſaikfuß⸗
böden und Malereien aus dem 12. Jahrhundert iſt bekannt.
250) Ein Trunk Waſſers war Zeichen der Entſagung. Grimm, Rechtsalter⸗
tümer 190. Wer einmal in der letzten Stunde ſeines römiſchen Aufenthaltes
zur rauſchenden fontani Trevi geleitet wurde, um bei Sang und Trank den
Scheidetrunk zu trinken, kennt dieſe Symbolik.
251) BVgl. Zellweger, Geſchichte Appenzells. — Es iſt eine intereſſante Auf⸗
gabe, die alemanniſche Sprache Appenzells, die auch ſo, wie ſie heutzutag ge⸗
ſprochen wird, noch mannigfache Anklänge an das Althochdeutſch aus Notker
Labeos Zeiten enthält, in ihren reichen dialektiſchen Formen und Wendungen
zu verfolgen. Gründliche Anleitung hiezu gibt Titus Tobler, Appenzelliſcher
Sprachſchatz. Zürich 1837. ”
252) Jeremias IX. 2.
253) . .ecce elongavi fugiens et mansi in solitudine et exspectabam
eum, qui me salvum faceret. Vita St. Galli bei Pertz, Monum. II. 8.
254) S. Physiologus, ein Weistum von Tieren und Vögeln; von des aran
geslähte, bei Wackernagel, altdeutſches Leſebuch I. 165.
255) .. quantum sub sua cuculla potuit portare
256) Es war etwa ſeit dem 8. Jahrhundert in Deutſchland und Frankreich
das Verlangen heimiſch geworden, die Kirchen mit irdiſchen Uberreſten von
Heiligen ſo reichlich als möglich und um jeden Preis zu verſorgen. Dieſes Ver⸗
langen hatte im zehnten Jahrhundert einen neuen Aufſchwung genommen und
erreichte ſeine höchſte Glut in dem ſächſiſchen Königshauſe. Otto der Große
wußte keine größeren Schätze zu ſammeln als Reliquien und brachte beſonders
für ſein geliebtes Magdeburg einen großen Vorrat zuſammen... Da ſich
Kirchen und Gemeinden nur ſelten freiwillig zu Gunſten anderer ihrer Re⸗
liquien entäußerten, ſo ſcheute man ſich nicht vor dem Mittel des Zwangs und
Raubes, und als das Vaterland der Heiligen, Italien, wo damals die Re⸗
liquien wenig geachtet wurden, ſich den Deutſchen wieder auftat, da gehörte es
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