Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-4/6
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 6: Ekkehard. 2. Teil.)
[1916]
Seite: 463
(PDF, 52 MB)
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Nachwort.

Unſerem Text liegt die Originalausgabe zugrunde: Ekkehard. Eine
Geſchichte aus dem zehnten Jahrhundert von Joſeph Victor Scheffel,
Verfaſſer des „Trompeter von Säckingen“. Frankfurt a. M., Verlag
von Meidinger Sohn & Cie. 1855 (= Deutſche Bibliothek. Samm⸗
lung auserleſener Originalromane. Siebenter Band). Die übrigen
Meidingerſchen Ausgaben ſind nur Titelauflagen. — Jankes Aus⸗
gaben (1862—1869) ſind kritiſch wertlos. — Von Bedeutung iſt die
erſte Metzlerſche Ausgabe (1871), deren Text vom Verfaſſer durchge⸗
ſehen worden iſt. Sie bringt eine Reihe von Änderungen einzelner
Wörter (Baſaltfelſen/ Klingſteinfelſen, Kabinett / Kloſett, Schießpulver
Pulver u. a.), ſie fügt den Artikel ein, der in der Originalausgabe
nach den Präpoſitionen in, an, durch u. a. zumeiſt fehlte (Beiſpiele
bei Heilig, Über Sprache und Stil in Scheffels Ekkehard, Alemania
Bd. 28 [1901], S. 58), ohne aber in dieſer Einfügung konſequent zu
ſein, ſie hängt dem Genitiv ſtark flektierender Hauptwörter das in der
Originalausgabe fehlende s an und verzichtet auf den eigentümlichen
und charakteriſtiſchen Gebrauch des Doppelpunktes, wie er in dem
Band von 1855 in Erſcheinung tritt. Sachliche Anderungen ſind nicht
vorgenommen worden. — Die Bonzſche Volksausgabe in zwei Bän⸗
den ſcheint dieſen Text von 1871 zu bieten, während der Wortlaut in
den von Proelß beſorgten „Geſammelten Werken“ (Bd. 1 und 2) die
ſämtlichen durch Jahrzehnte hindurch fortgepflanzten und bei jeder
neuen Auflage vermehrten Fehler und Entſtellungen getreulich wie⸗
dergibt. Proelß hat damit ſeinem Helden Scheffel, dem er ſo viele
Arbeit gewidmet, wahrlich einen ſchlechten Dienſt erwieſen. — Nur die
Originalausgabe von 1855 bietet die Sprache des jungen Scheffel un⸗
verfälſcht und unabgeſchwächt, deshalb iſt ſie unſerem Druck zugrunde
gelegt. Der oben erwähnte Aufſatz Heiligs gewährt einen inter⸗
eſſanten Einblick in die Eigentümlichkeiten dieſer Dichterſprache. Un⸗
ſer Text verbeſſert offenbare Druckfehler ſtillſchweigend und ändert
bewußt nur in wenigen Fällen, z. B. S. 71: die Schüler der äußern
Kloſterſchule ſtatt innern, S. 63: dem balzenden Auerhahn nach⸗
ſtellte, ſtatt: dem Auerhahn balzend nachſtellte. — Dagegen hat es
der Herausgeber nicht gewagt, das ſprachlich vielleicht doch nicht zu


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