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38 Epiſteln und Reiſebilder. J.
Die ganze Freundſchaft weiß es ja,
Daß ich ein Unkraut bin.“ —
Und die andern dachten daran, daß nächſtens die Ziehung zum
Militär ſei und ſie vielleicht im nächſten Jahr in Prenzlau oder
Neu⸗Ruppin ſitzen müſſen, wo es kein Fridlinifeſt und kein
Brennetwirtshaus, keinen Grenzacher Weißen und keine kurz⸗
aufgeſchürzten Wäldermaideli gibt, und ein anderer ſang:
Und mein Vater hat's g'ſagt
Und mein Mutter hat's denkt
Und Soldat muß i werden
Beim erſten Regiment —
Und zwei Kreuzer den Tag!
Daß ein Kreuzdonnerwetter
Vom Himmel drein ſchlag!
Daß es bei Fuhrleuten und ledigen Burſchen mit Sang und
Trunk hoch herging und mancher ſich ein gedoppeltes Selbſt⸗
bewußtſein antrank, war erklärlich, trotz des Fridlinitages.
Aber wer ſaß am dritten Tiſch? wer brummte auch ganz ver⸗
gnüglich zu all den Schelmenliedlein drein und blies ein Schöpp⸗
lein Grenzacher nach dem andern trotz des Fridlinitages?
Wehe! wehe! es war unſer würdiger Freund, der Herr Pfarrer
von Oflingen; und auch er hatte dem ehrlichen Fridlin zu
Ehren des Guten zuviel getan! Der See und der Fridlinitag
muß ſeine Opfer haben! Und er wollte uns noch eine Sage vom
Harpolinger Schloßfräulein erzählen, — aber er brachte ſie
nimmer zuſammen, die Schloßmauern ſchwankten, die Berge
bewegten ſich — es blieb beim ſchwachen Verſuch. —
Was Wunder, daß am End' auch das Bezirksamt Säkkingen
etwas angeheitert nach Hauſe ging, und wenn durch die mond⸗
helle Nacht noch manch helles Juchzen heimkehrender Pilger
vom Eggberg herab und weit hinten vom Wald her zu uns
hernieder ſchallte, ſo hielten der Aktuar und ich es für unſere
Schuldigkeit, den Gruß mit gleichem Juhunun —!! zu erwi⸗
dern; was wir vielleicht an einem andern als am Fridlinitag
nicht ebenſo energiſch getan hätten.
Alſo verklang mit hellem Juhunun! der 10. Märzen 1850,
der Tag des heiligen Fridolinus.
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