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Epiſteln aus Donaueſchingen. 153
Überzeugung brachte, daß dem Weine eine länder⸗ und völker⸗
verbindende Kraft ſegensreich innewohnt.“
„Hochwirdigſter Engerer!
Eiv. Nr. 240. Schädigung durch Kloſterleute betreffend.
Leider iſt Schreibens nicht viel, wegen viel Schreiben, ſonſt
ſtünd Zahlreiches zu berichten, da nicht ohne Erfolg zahlreiche
Feldzüge in Hegäuw, Wutachtal, ſo ich ſogar in einem lateini⸗
ſchen Poem verherrlicht habe, Schwarzwald und Neckarböb⸗
lingiſches unternommen wurden.
Und iſt eben dies die ſtrategiſche Bedeutung Donauöſchingens,
daß der Menſch, auf zwei, drei Stunden Entfernung ſich aus⸗
breitend, verſchiedenſter Formationen und Gebiet Bier trinkend
erreicht. Und behalte ich mir vor, zur Kenntnis des hochwirdi⸗
digen Engeren in mündlichem Vortrag mehrere ausgezeichnete
Stationsorte zu bringen, wo auch Leumundszeugniſſe über
mein ſeitheriges pflichttreues Verhalten eingeholt werden mö⸗
gen.
Aber im Kloſter Rheinau, hochwirdigſter Engerer, habe ich
hartes Unrecht leiden müſſen. Und das war ſo:
Setze mich eines ſchönen Junitages, am Sonntag ante Pe-
trum et Paulum auf einen langen Waidling und fahre am
Schaffhauſer Waſſerfall weg auf dem grünen Rhein — an deſ⸗
ſen Ufer das ausgegangene aber noch trümmerumwallte Schwa⸗
beneck und der keltiſche Landeplatz Nohl liegt — talabwärts.
Lande auch richtig auf der Inſel, die das alte Kloſter trägt, und
heiſche Einlaß; drei Gründe der Einlagerung entſchieden vor⸗
handen:
1. altkeltiſche Sympathien für Sanet Fintanum, der hier ſich
eingeſchloſſen und furchtbare keltiſche Beſchwörungsworte,
ataich, okysel u. farkysel in die Nacht hinausgebrüllt,
wenn die Teufel ihn plagten, G
2. die überirdiſche Bibliothek,
3. die unterirdiſche Bibliothek.
Geht überhaupt dem Orte ein guter Leumund voraus, wie
denn auch die württembergiſchen Ulanen, die in badiſchen Okku⸗
pationszeiten auf Beſuch oft hinüberritten, jedesmal ihre voll⸗
kommene Zufriedenheit ausſprachen.
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