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Skizzen aus dem Elſaß. 163
In der Nähe von Rosheim iſt ein Hofgut, welches noch heute
der Bildhauerhof heißt.
Mag es ſich nun mit dem mythiſchen ſaliſchen Grafen, ſeinen
vierundzwanzig Kindern, ſeinem Adler, ſeiner Geldklemme und
ſeinem Architekten ſo oder anders verhalten, jedenfalls deuten
dieſe plaſtiſch energiſchen Steingeſtalten an, daß der Menſch,
wenn er auf ſchiefe Ebenen geraten iſt, ſich nur durch feſtes
Knieeinſtemmen vor Hinabrutſch bewahrt, und daß es beim
Kirchenbau wie überhaupt in jeder Lebenslage ratſam iſt, allzeit
ein gefülltes Portemonnaie zu haben.
Mit dieſer Nutzanwendung, die wir aus dem Bauhumor der
Bildhauer und Freimaurer dieſer altehrwürdigen Peter⸗ und
Pauluskirche ſchöpfen, ſcheiden wir von dem im übrigen wenig
Anlaß zu längerem Verweilen darbietenden Städtlein; man
ſcheint hier der Vorväter, welche einſt die Kirche erbaut und
geweiht und die Stadt gegen die von jenſeits der Vogeſen ver⸗
teidigt, wenig mehr eingedenk, und was den Komfort der Wirts⸗
häuſer betrifft, ſo lautet er in anderer Rechtſchreibung: „Komm
fort, bis ein Gaſthof da iſt.“
II. Lützelburg — Ratſamhauſen — Girbaden.
Rings um den Odilienberg zieht ſich nach allen Richtungen
eine Kette von Burgen, einige auf Vorſprüngen des Gebirges,
weithin ſichtbar, andere heimlich verſteckt im Waldesdunkel, die
meiſten nach ihrer urſprünglichen Anlage zu Vorwerken des
großen Verteidigungsſyſtems der Heidenmauer beſtimmt, wel⸗
ches das Bergplateau der heiligen Odilia in ſeiner vorklöſter⸗
lichen Zeit als von Natur und ergänzender Menſchenhand be⸗
feſtigtes Lager und Gauheiligtum zum Mittelpunkt hatte.
Zwiſchen Andlauertal und Barr ragen das doppeltürmige
Schloß Hohandlau und die ſchlanke Speßburg — am Fuß des
Männelſteins mit der feinen Rundbogen⸗ und Erkerfaſſade ſei⸗
nes Ritterſaales Landsperg, der gelehrten Abtiſſin Herradis
Stammſitz — ſchwerfindbar im düſtern Forſt, durch den der
Mörderpfad führt, und ganz von uralten Tannen verdeckt, Bir⸗
kenfels; — ſodann, zu großen Steinhaufen zuſammengeſunken,
eher einem Waldklausner als fröhlichen Rittersmännern als
Wohnſitz paſſend, Kagenfels, vom Volke Hanfmatter Schloß
genannt — weiter gen Norden, unweit des noch an die große
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