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Skizzen aus dem Elſaß. 169
Hügeln von Schutt und Einſturz haben Ausgrabungen, veran⸗
laßt durch den früheren Beſitzer Baron Wangen und die archäo⸗
logiſche Geſellſchaft, eine Anzahl Säulentrommeln, Kapitäle,
Würfelgurte in der rührend ſchwerfälligen Plaſtik des frühro⸗
maniſchen Stiles zutag gefördert, die nun wieder in maleriſcher
Verwirrung den Boden decken. Die Schloßkirche, der heiligen
Katharina geweiht, ſei hier geſtanden, ſagt unſer Führer, und
da einſt „rote Ritter“, d. h. Tempelherren, als Lehenträger der
Biſchöfe von Straßburg bis zur Austilgung ihres Ordens hier
gehauſt haben ſollen, mag die Überlieferung recht haben, wenn
es nicht ihr Ritter⸗ oder Kapitelſaal war. Die Maurer und
Steinhauer am Münſterbau zu Straßburg — ſo erzählt unſer
einheimiſcher Gewährsmann weiter, ſeien dort fortgelaufen und
hätten hier gebaut und geſchafft, weil ſie zwei Kreuzer mehr
Lohn erhielten.
Bei ſolcher Bedeutung der in ihrer Verwüſtung noch ſtolzen
Feſte iſt nicht zu wundern, daß Geſchichte und Sage manches
von ihr zu berichten wiſſen. Daß vor den jetzt zerſtört nieder⸗
liegenden Bauten hier ein römiſches Lagerkaſtell ſtand, iſt nach
der Anlage ſehr wahrſcheinlich. Wenn der Straßburger Kriegs⸗
baumeiſter Daniel Specklin, der 1576 auf Befehl des Erzherzogs
Ferdinand eine Landkarte des Elſaſſes zu fertigen hatte, nicht
leichtſinnigerweiſe mehr geſehen hat, als vorhanden war, ſo
hatte es zu ſeiner Zeit „viel heidniſche Antiquitäten und viel
alte, römiſche Inſchriften da oben, davon viele ausgebrochen
und in fremde Länder verführet worden“. Von dem jenſeits der
Magel ſich am Fuß des Heidenkopfes dehnenden Rosheimer
Wald erzählt man noch heute, daß darin eine uralte Goldgrube
betrieben, und daß beim Ausſtocken viel heidniſche Münzen ein
Meter tief im Boden gefunden worden.
Der Kapelle „Girbaden“ tut 1192 eine Bulle des Papſtes
Cöleſtin II. Erwähnung. Nach dem Ausſterben des hier ge⸗
bietenden Grafen von Egisheim⸗Dagsburg im Mannesſtamm
entſtand um Girbaden Streit. Kaiſer Friedrich II. verlieh
1226 dem Biſchof Bertold von Straßburg „das neue vor Gir⸗
baden neuerlich erbaute Schloß“ zu Lehen, aber der Gemahl
der dagsburgiſchen Erbtochter Gertrud, Graf Friedrich von
Leiningen, nahm es mit den Waffen in der Hand für ſich in
Anſpruch. Seit einem 1239 geſchloſſenen Vergleich verblieb es
dem Bistum Straßburg, als deſſen Belehnte 1395 Herren von
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