Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 8: Episteln und Reisebilder. II)
[1916]
Seite: 179
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw8/0179
Skizzen aus dem Elſaß. 179
ſchweſtern. Züchtig geſenkten Hauptes und wohlumſchleiert, aber
unverhüllten Angeſichtes, wie zu einer Feſtparade zieht in
dieſem Gemälde die geiſtliche Damenſchar vor dem ſpätlebenden
Beſchauer vorüber: Guta und Adelheit, Mahtild und Edellint,
Richinza und Luggart, Hedewice und Heilwic, Gerdrut und Ku⸗
nigunt, Bereswind und Offemia, Willebirc und Uticha, Clemen⸗
tia und Hazicha, Ita und Juta und wie ſie alle benamſt wer⸗
den, die dereinſt hier oben in dem Glauben „Nunnen daz ſint
Sunnen“ fromm lebten und ſtarben.
Zwei Lieder, dem Berg zu Ehren, mit Muſik ſchloſſen das
Werk. Es war des Elſaßes Kleinod und ſchönſte Handſchrift.
Nun ſind auch die ſchönen Pergamentblätter ſieben Jahr⸗
hunderte nach ihrer in Gott fröhlichen Schreiberin zu Staub
und Aſche geworden, aber wer ſeinen Odilienberg ſo geliebt hat
wie Herradis von Landsperg, deſſen Andenken beſteht fort mit
dem Berg ſelber. „Zu gewiſſen Stunden,“ ſagt die Legende
der heiligen Odilia, „bleibt der Wanderer am Bergpfad ſtehen
und der Holzhacker am Abhang hält inne: durch die lauſchenden
Lüfte gehen Stimmen Unſichtbarer, geht der Geſang der Jung⸗
frauen von Hohenburg.“ Auch der Schreiber dieſer Zeilen, ſonſt
kein ſehr muſikbegnadigter Mann, hört ihn wiederklingen, wenn
er, was nicht ſelten geſchieht, ſeine Schritte hinaufgelenkt hat:
„Salve cohors virginum
Hohenburgiensium
Albens quasi lilium
Amans Dei filium.

Herrat devotissima
Tua fidelissima
Mater et ancillula
Cantut tibi cantica.

Te salutat millies
Et exoptat in dies
Ut laeta victoria
Vincas transitoria.“

„Hunc ad montem
Vitae fontem
Derivavit gratia
Ubertatis
12*


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