Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 8: Episteln und Reisebilder. II)
[1916]
Seite: 180
(PDF, 45 MB)
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180 Epiſteln und Reiſebilder. II.

Castitatis
Irrorans solatia.

Gaude laeta
Canta sueta
Florens cohors virginum
Ordo cujus
Ornat hujus
Secli domicilium.
Sacer cultus
Simplex vultus
Casta mens et humilis
Amatori
Servatori
Christo est amabilis.“

Oder, wenn Schnee die Höhen deckt und Chriſti Geburt gefeiert
wird, jenes ſeltſame, etwas vom wilden Jubel der heidniſchen
Winterſonnwendfeier verratende Weihnachtlied:

Leto lata concio
Cinoël resonat tripudio
Cinoël hoc in natalicio.
Cinoéël, cinoël,
Noël, noël, cinoéël,
Noël, noël, noël, noël, noël.

Ein ſchwermütiger Bild aber kann ſich vor dem Auge des
in die Hohenſtaufenzeit rückblickenden Forſchers nicht erheben,
als im Kloſtergarten an einem jener traulichen Mauerplätzlein
mit der herrlichen Rundſchau, unweit der Tränenkapelle die
hohe Geſtalt einer in Trauer gehüllten Verbannten, Sibylla,
König Tankreds Witwe von Sizilien, umgeben von zwei Töch⸗
tern und getröſtet von Herradis der Abtiſſin, welcher Siziliens
Eroberer, der Hohenſtaufe Heinrich VI., 1195 die erlauchten
Gefangenen zur Obhut geſandt hat, während Sibyllens Sohn,
des Augenlichtes geblendet, auf der Feſte Hohenems ſeine Tage
vertrauern muß.
Das heutige Kloſter der heiligen Odilia, nach den Stürmen
der franzöſiſchen Revolution 1851 durch eine Art elſäſſiſche
Landeskollekte vom Biſchof zu Straßburg neu aufgerichtet und
vom Generalvikar Schir mit Kunſtverſtändnis baulich herge⸗


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