Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 8: Episteln und Reisebilder. II)
[1916]
Seite: 184
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184 Epiſteln und Reiſebilder. II.

des ſich auf einſamen Kaſtellen der Tridentiner Alpen einzuquar⸗

tieren beabſichtigen.
Darum muſterte Sommadoſſi der Alte die beiden, ſprach das
große Wort: hm! hm?!..
4. S. 35, Zeile 9. Nach: imſtande folgender Zuſatz: Und ein
gut Glück wollte, daß juſt ein blaſſes, dunkeläugiges Kind mit ſelt⸗
ſam ſchwermütigem Blick durch den Saal ſchritt. Der deutſche Red⸗
ner aber hatte nicht umſonſt in der Schule gelernt, daß durch ge⸗
ſchickte Benutzung unvorhergeſehener Ereigniſſe während der Rede
deren Wirkung in hinreißender Art verſtärkt wird, darum ergriff
er des dunkeläugigen Kindes Rechte, führte es zu Sommadoſſi dem
Alten, legte ihm die Hand wohlwollend aufs Haupt und ſprach:
„Und nun ſag' du ſelber, Angiolina, dem Großvater, ob wir hier
bleiben oder wieder fortgehen ſollen.“
Das Mädchen hieß zwar, wie ſich ſpäter herausſtellte, weder
Angiolina, noch war Sommadoſſi der Alte ſein Großvater, es
ſchaute aber bedachtſam an dem Fremden hinauf und ſagte ruhig:
„Sie ſollen hier bleiben, die Signori!“
Da ſchien des Alten Herz zu erweichen, er ſprach Vedremmo!
Der beabſichtigte Redecoup war gelungen.
5. S. 37. Nach ... gehört (Zeile 9). Statt des Folgenden: —
— Und — um nun den Nodvellenſtil abzubrechen und den vielver⸗
heißenden Eingang der Erzählung für immer ohne entſprechende
Fortſetzung zu laſſen — eine Reihe von Wochen ſind wir beide Be⸗
wohner dieſes ſtillen, ſeitab von allem Menſchengewimmel gelegenen
Seeaſyls geblieben; es verdiente freilich eine nähere Schilderung,
wie zwei löbliche Meiſter freier Künſte, ein Maler und ein Poet,
hier an welſcher Grenzmark, unter Menſchen fremder Zunge ihr
Sommeridyll nicht erſannen, ſondern erlebten. Denn die allgütige
Frau Poeſia, die zurzeit in der Welt draußen, wo die Kriegsvölker
aufeinander ſchlagen und die Induſtrie der Maſchine mit goldenen
Preiſen belohnt wird, böſe Tage durchmachen muß, hat ihnen viel
Schönes beſchert zum Dank dafür, daß ſie in fremdem Bergland ge⸗
treulichen Sinnes ihren Spuren nachzogen.
Wie viel wäre zu erzählen von dieſem ſeltſamen Leben und
Treiben: wie Meiſter Anſelmus, der Maler, mit Staffelei und
Farbenkaſten und großen Leinwanden auszog, um der Natur ihre
ſchönſten Geheimniſſe zu entwenden; — wie er in der öden Fels⸗
ſchlucht, die nach dem Tal Judicaria führt, ſich einem Waſſerfall
gegenüber tief unten im ausgeſpülten Keſſel des Sturzbachs ſein


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