Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 8: Episteln und Reisebilder. II)
[1916]
Seite: 187
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw8/0187
Nachwort. 187

Gebirg an, auf der linken Seite Piamont genannt, nicht weit vom
Gardaſee und Hydroſee. Anthony Graf zu Lodron führet den Hau⸗
fen einen engen ſchmalen Steg drei deutſche Meil hinauf über alle
Felſen, daß alle Menſchen einer nach dem anderen wie die Gembſen
haben müſſen ſteigen und niemands mögen reiten. Es ſind auch
Menſchen und Roß verfallen; das Gebirg war ſo hoch, daß einem
mußt grauſen, wenn er in das Tal ſahe. Es mußt auch der von
Frundsberg hinauf zu Fuß ſteigen, doch haben etwan die Knecht
lange Spieß wie Glender neben ihn gehalten; er hat einem ſtarken
Knecht in das Koller gegriffen, der ihn gezogen, und einer hinten
hat ihn geſchoben, denn er war ſtark und ſchwer von Leib.
Die Itali hatten ſich nicht verſehen, daß ein Kriegsvolk da ſollt
hineinkommen, es hätt ſonſt ein einziger Bauer den Weg mögen
abgraben. Alſo kam das Kriegsvolk auf dem hohen Gebirg in ein
Dorf Aha, da lag es über Nacht, und im Abziehen, weil es der
Venediger und das Volk geflohen war, haben's die Knecht ver⸗
brannt, das hat der von Frundsberg nit gern geſehen, von der
armen Leut wegen.“ (Adam Reisner, Herrn Georgen von Frunds⸗
berg ritterl. Kriegstaten im IV. Buch.)
Unſer Pfad gab demjenigen wohl wenig nach, auf welchem der
dicke Herr Jörg ſich einſtmals keuchend gen Italien vorwärts ſchob.
Wir kehrten nun der Sarca den Rücken ...
7. S.' 61. Aus den „Berliner Referendarien“ ſind im „Frank⸗
furter Muſeum“ „germaniſche“ geworden.
8. S. 62. Nach: „Gletſcher von Molweno“ folgende Einſchiebung:
Und neben und hinter ihm ſeine Gefährten, der Monte Fublan und
die Cima Toſa und der Monte Spinal bis hinein zum Piz del
Mezzodi und zum Piz Tobal und jener ganzen gewaltigen Kette
von Fernern, die das Val di Sole umtürmen und dem liebwerten
Verfaſſer der „Drei Sommer in Tirol“ ſo myſtiſchen Reſpekt ein⸗
flößten, als er ſeinerzeit vom Kreuzjoch zwiſchen Sarnthein und
Meran ſpähende Umſchau hielt über die fernen Bergungetüme und
ihm neben jenen ſüdlichen Hintermännern ſelbſt die hohe rote Men⸗
del, des Etſchlands Wahrzeichen, nur wie ein beſcheidenes Berg⸗
buckelchen erſchien. „Dieſe italiſchen Ferner,“ ſagt der tirolkundige
Meiſter Ludwig Steub, „die hinter dem Sulzberg (val di sole) in
ewig weißem Mantel aufſteigen, wenig beſucht und umgangen, kaum
irgendwo genannt, vielleicht nie beſtiegen, unbekannte Größen
ſelbſt für die menſchlichen Nachbarn, erſchienen mir jeweils, ſo oft
ſie an verſchiedenen Orten vor meine Augen traten, in einem myſti⸗


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