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Nachwort. 189
daß ich wohl einſah, wer kein Freund von Polenta und Ziegen⸗
milch ſei, müſſe hier oben den ſchönſten Hunger und Durſt für
immer ungeſtillt laſſen.
14. S. 69. Erſte Zeile heißt: ... waren Ritter und Kardinäle
und kaiſerliche Feldobriſten, wie es die Zeit mit ſich brachte.
15. S. 69. Nach „Chriſtoph Madruzz“.. bis. „dabei er⸗
ſchienen“: .. . unter deſſen Krummſtabführung das große Konzi⸗
lium ausgeſchrieben ward und Trient innerhalb ſeiner Mauern mehr
Macht⸗ und Prachtentwicklung erlebte, als ihm wohl je wieder zu⸗
teil werden wird — die noch vorhandenen Reimereien der Triden⸗
tiner Hofpoeten über das große Bankett, womit Herr Chriſtoph
Madruzz im biſchöflichen Kaſtell den Sieg Kaiſer Karls V. bei Mühl⸗
berg an der Elbe feierte, geben Kunde, wie glänzend damals alles
zuging und wie elegant die Damen der Biſchofsſtadt vor ihrem
geiſtlichen Gebieter erſchienen.
16. S. 69. Nach: „Kriegsmänner im ſpaniſchen Mantel“:
.. . und alle die damaligen Meiſter und Schüler der parlamentari⸗
ſchen Intrigen, wie ſie Fra Paolo Sarpi, der für ſein unbeugſames
Beharren bei der hiſtoriſchen Wahrheit mit Dolchſtichen belohnte
Geſchichtſchreiber, ſo ſchneidig geſchildert hat .. . ſie insgeſamt muß⸗
ten zur Heerſchau heran, die das Auge rückwärtsſchweifender Phan⸗
taſie über die vergangenen Geſchlechter abhält.
Seltſamer Wandel der Zeiten! Der letzte Madruzz iſt längſt zu
ſeinen Vätern verſammelt ...
17. S. 69. Nach: „um die Lippen“ folgende reichere Ausfüh⸗
rung des Gedankens: .. und der Mann gedenkt mit einer Art von
Wehmut, wie er einſt drüben in ſeiner geiſtesrebelliſchen Heimat
auf demſelben Büchergeſtell, das die Beſchlüſſe des tridentiniſchen
Konzils trug, den Hegel und den Strauß und den Ludwig Feuer⸗
bach ſtehen hatte, ohne daß die Erde ſich jemals auftat, ihn der⸗
wegen zu verſchlingen, und wie ſie wohl noch einträchtig dort bei⸗
ſammen ſtehen würden, wenn er nicht in einer kritiſchen Stunde das
kanoniſche Recht ebenſowohl als die deutſche Philoſophie den Hän⸗
den eines wohlwollenden Trödlers überlaſſen hätte...
Lange ſchweifte mein Blick aus des Ritterſaals Fenſter hinunter
in die Niederungen des Sarcatales ...
18. S. 69/70. Statt: „Höh höh“.. bis „exiſtiert hat“:
„Höh! Höh!“ lachte Stefano, „und ſie kommen nimmermehr her⸗
unter von ihrem Kaſtell, um die Bräute des Landes in der Nacht
vor der Hochzeit zu entführen!“
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