Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 8: Episteln und Reisebilder. II)
[1916]
Seite: 190
(PDF, 45 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw8/0190
190 Epiſteln und Reiſebilder. II.

Ein moderner Menſch würde ſagen, es ſei eine „weltgeſchichtliche
Vergeltung“ in dem Gelächter gelegen, welches Stefano Baſetti als
bhäuerlicher Familienvater des neunzehnten Jahrhunderts über das
Verſchwundenſein jener mittelalterlichen Galanterien anſtimmte:
„Die großen und kleinen Herren von damals haben andern den
Platz geräumt; der Bauer aber hat ausgehalten und freut ſich noch
jetzt unverſehrt ſeines Daſeins, ſo wie er dereinſt auch wieder lachen
wird, wenn der bürgerliche Mittelſtand von heute mit ſeiner Kultur
und ſeinem Schwindel bereits der Geſchichte angehört.“
In allen Fällen aber war meinem tridentiniſchen Freund und
Welſchkornpflanzer die Kontroverſe der deutſchen Rechtslehrer, ob
überhaupt jemals ein jus primae noctis exiſtiert habe und aus⸗
geübt worden ſei, gänzlich unbekannt, als er die ſeligen Herren von
Madruzz ſolcher Beziehungen zu den Töchtern der Täler beſchul⸗
digte. —
19. S. 70/71. Statt: „wiewohl über“ .. . bis ... „könnten“:
.. . wiewohl noch zu keiner andern Zeit ſeines welſchkornpflanzenden
Lebens ein Fanatismus oder auch nur eine leiſe Neigung für Ge⸗
drucktes und Geſchriebenes ſichtbar an ihm hervorgebrochen war.

20. S. 73. Statt: „Der Schloßbauer verſtand“ .. . bis. „ge⸗
wonnen“: Der Schloßbauer verſtand mich und legte das ſemitiſche
Buch mit einem Blick beiſeite, als wolle er nächſtens in mitternächt⸗
licher Stunde die Trümmer ſeines Schloſſes durchwühlen und die
geiſterlöſende, ſchätzeerwerbende Kraft der fremden Schriftzüge tat⸗
ſächlich erproben. Ich wünſchte ihm im ſtillen Heil und Segen zu
allen künftigen Verſuchen und verſchwieg ihm deshalb, daß auch
außerhalb Madruzz ſo viel auf aſſyriſch⸗babyloniſch Keilſchriftliches
hingewieſen und ſowenig „Bares“ dabei gewonnen wird.
„S. 75. Statt: Pfalzgrafen Wilhelm uſw. ſteht jetzt: Herzog Wil⸗
helm in Bayern, Pfalzgraf bei Rhein.
21. S. 75. Statt: „Das Siegel mit .. . bis... zu überſchicken“,
wegen der perſönlichen Anſpielung auf Ludwig Häuſſer, den Ge⸗
ſchichtsſchreiber der Pfalz, geändert in: ... der eigenhändige Na⸗
menszug und das große Siegel mit dem Löwen und den weiß⸗
blauen Rautenfeldern war gar zu verlockend, es als Wahrzeichen
einſamer Alpenſtudien mitzunehmen gen Heidelberg am Neckar, wo
dieſelben Wappenſchilder noch ſo mannigfach über efeubewachſenen
Schloßportalen prangen.
22. S. 75. Statt: „Wie der ſeine Bauern gezwiebelt“ ſteht jetzt:


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw8/0190