Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 9: Gesammelte Gedichte)
[1916]
Seite: 15
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Geſammelte Gedichte. 15

Dann träumt er bei leeren Flaſchen
Von altvergangener Zeit,
Es leuchtet aus ſeinen Zügen
Wie ſtille Seligkeit.

So trieb's der ſeltſame Burſche
Am letzten Februar.
Wohl weiß es keiner zu deuten,
Was das für ein Treiben war.

Und keiner in Heidelberg kennet
Was er ſann in jener Nacht,
Nur drei in der weiteſten Ferne,
Die wiſſen, was er gedacht.

Unter ein Bild des Dichters.

Setze du mir einen Spiegel
Ins Herze hinein,
Damit du kannſt ſehen,
Wie treu ich es mein'.

J. Scheffel s/1 C. Schwanitz.
Heidelberg 1845.

An Schwanitz.

Als ich einſt mit naſſen Blicken hin vor die Geliebte trat
Und ſie vor dem ſchweren Abſchied um ein Liebeszeichen bat:
Um die Locke ihres Hauptes, daß ſie mich beim nahen Scheiden
Als Erinnerung ſchöner Tage in die Ferne ſollt' begleiten,
O wie hart hat ſie's verweigert und kein Härchen abgeſchnitten!
— Ihre Eitelkeit war mächt'ger als die inniglichſten Bitten.
Und ſo zog ich in die Ferne — ohne Locke — mit trübem Sinne,
Denkend mit bewegtem Herzen an die ſchwergetäuſchte Minne.
Aber du, mein treuer Schwanitz, haſt mir den Beweis geführt,
Daß, was ſelbſt die Lieb' nicht leiſtet, doch der Freundſchaft
möglich wird.
Als ich neulich, ganz im Scherze, dich um ein Geſchenk er⸗
ucht, —
Eine Bitte, über die ein andrer grimmig hätt' geflucht —
Nämlich mir zum Angedenken deinen ſtolzen Bart zu ſenden,


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