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Geſammelte Gedichte. 39
Und gilt es, wacker drauf zu ſchla'n,
So freut er ſich erſt recht.
Drum bringe mir, du ſchöne Maid,
Noch kühlen Weins eine Kann',
Ich will noch trinken allezeit,
So lang' ich trinken kann.
Denn ſo ich ſollt' erſchoſſen ſein,
So bin ich halt fertig und tot,
Dann trink' ich nimmer den kühlen Wein,
Dann küſſ' ich kein Mündlein rot.
Und auf die himmliſche Seligkeit
Hab' ich keine recht' Fiduz,
Drum gib mir ſchnell, du braune Maid,
Zum Wein noch ein'n ſaft'gen Kuß.
Viel lieber, zu ſein ein Reitersmann
Und jung zu ſterben im G'fecht,
Als achtzig Jahr und ewig ſodann
Ein buckliger Schreibersknecht.
König Krok.
„ . . hic autem Chrocus multae adrogantiae
fertur fuisse. Qui cum nonnulla inique gessis-
set per consilium, ut ajunt, matris iniquae,
collectam. Alamannorum gentem universas
Gallias pervagatur cunctasque aedes, quae
antiquitus fabricatae fuerant, a fundamentis
subvertit etc.
Gregorius Turonensis, Hist. Franc. I. 30.“
„Was Bildung, Kunſt und Eleganz!
Wirſt ja nie wie ein Römer ſo fein —
Wandle du auf andern Bahnen
Und ſchreib' auf deine Fahnen:
Alles muß verruinieret ſein!“
So raunt's dem Schwabenherzog Krok
Die Urgroßmutter ein;
Das Heerhorn ließ er blaſen:
„O du Böblingen, ich muß dich laſſen.“
Alles muß verruinieret ſein!
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