Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 9: Gesammelte Gedichte)
[1916]
Seite: 66
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66

Geſammelte Gedichte.

Kunz von Kauffungen ohne die zween Rittern
Fiel endlich ſelbſt ab — die Wände zittern.

Kunz von Kauffungen mit zween Rittern

Lag unterm Tiſch, beſiegt vom Bittern.

Da erholt ſich einer von den Rittern, ”
Saß in der Waldſchenk' und trank einen Bittern.

Kunz von Kauffungen mit einem Rittern
Schnarcht unterm Tiſch, daß die Wände zittern.

Da erholt ſich der andere von den Rittern,
Saß in der Waldſchenk' und trank einen Bittern.

Kunz von Kauffungen ohne die zween Rittern
Lag unterm Tiſch, daß die Wände zittern.

Endlich erholt ſich Kunz wie die zween Rittern,
Saß in der Waldſchenk' und trank einen Bittern.

Kunz von Kauffungen mit zween Rittern
Ließ nach dieſem Vorfall die Pferde füttern.

Kunz von Kauffungen mit zween Rittern
Ritt nach Chemnitz und trank einen Bittern.

Da beſoff ſich einer von den Rittern ...
uſw. in infinitum wie oben.

So ſtudiert man zu Paris.

Hofrat Cujacius zu Paris,
Der hatte öfter dünnen Sch— —
Und wenn er auf dem Coco ſaß,
Seine Tochter für ihn Kollegia las.

Wenn der alte Herre ſelbſt erſchien,
So ſaßen nur Kamele um ihn.
Doch las die ſchöne Cujacia,
So waren die Korpsburſchen alle da.

Da ward nicht viel Corpus juris ſtudiert,
Dagegen das Fräulein heftig pouſſiert.
Und dieſes Studium nannten ſie:
Incumbere operibus Qujacii!


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