Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 9: Gesammelte Gedichte)
[1916]
Seite: 128
(PDF, 39 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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128

Geſammelte Gedichte.

Andere: lom, lom, lom,
Wandre im Sonnenſtrom.

Loh und licht, Rieſ' und Zwerg,
Iſt dein Werk, Heidelberg!
Kahle Zeit: März im Herz,
Allezeit neckarwärts!

Der Wüchter in der Mitternacht.
Zum 23. März 1858 gewidmet.

Eliſabeth Henriette, Fürſtin zu Fürſtenberg,
geb. Prinzeſſin Reuß⸗Greiz,

geboren 23. März 1824, geſtorben zu Berlin 7. Mai 1861.

Wächter.
Loſet, was ich euch will ſagen:
Die Glock' hat zwölf geſchlagen.

Wie ſtill iſt alles: wie verborgen ruht,
Was Leben heißt, im Schoß der Mitternacht,
Auf Straß' und Feld, es tönt kein Menſchentritt,
Es fährt kein Wagen aus der Ferne her. —
Dort ſchläft die Stadt: — wie ſchweigſam, ſchneebedeckt
Stehn ihre Häuſer all in Reih und Glied.
Selbſt, wo am längſten frohe Zecher noch
Beim Wein ausdauernd ſich die Zeit verkürzt,
Iſt alles Licht erloſchen. Längſt ſchon ſchlich

Der letzte Gaſt ſich durch den Schnee nach Haus.

Ich ſteh' allein .. . und feierlicher Ernſt
Der Geiſterſtunde weht um meinen Pfad...)

Dort drüben rinnt, von Quadern rings umſäumt,
Der Donau Quelle aus der Erde Schoß,
Und wohlgefällig ſchaut der alte Mond,
Wie ſich ſein Antlitz in der Tiefe ſpiegelt,
Umflimmert von der Sterne Funkelſchein.
Jetzt iſt die Stunde, wo in leichtem Tanz
Der Elfen Schwarm dort auf und nieder ſchwebt,
Die wachen um das junge Stromeskind
Und geben manch geheimnisvollen Spruch


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