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Geſammelte Gedichte.
Wo einer ſeufzet, gieß' ihm Troſt ins Herz,
Wen Arbeit drückt, dem laß ſie leichter ſein,
Wenn einer irrgeht, halt ihn ſanft zurück,
Und will er ſtraucheln, ſchütz' ihn vor dem Fall;
Doch wo du gute, echte Menſchen triffſt,
Wo hoher Sinn mit edlem Herz ſich eint,
Dort kehre an und ſag' ein laut „Grüß Gott!“ —
So wacht ein treuer Wächter auch des Tags,
Nicht nur der Nacht, wie du mit deinem Spieß.
Heut iſt die Reih' an mir. Ein Feſttag bin ich,
Der dreiundzwanzigſte des Monats März.
. Wächter.
He, 's wird nicht ſein! Ja, wohin eilſt du jetzt,
Du dreiundzwanzigſter des Monats März?
Haſt etwa gar mit deinem Strauß 'was vor?
Der Feſttag.
's könnt' ſein, 's könnt' ſein, mein treuer Wächtersmann:
Ein frohes Amt ruft in die Nähe mich,
Wie freu' ich mich, daß ſo mein Gang beginnt.
Im Garten dort, wo wie ein Wiegenkind
Im ſteinumfaßten Bett die Donau träumt,
Dort ſteht auf feſtem Grund ein hohes Schloß,
Du weißt wohl, wem's gehört und wer drin wohnt.
Nach jenem Schloſſe geht mein erſter Gang,
Leis klopf' ich an, vom Morgenduft bereift
Leis ſchweb' ich ein; von keinem Blick erſchaut,
Steig' ich die hohen Treppen dann empor
Und in den Saal der gnäd'gen Fürſtin ſtell'
Ich meinen Strauß und ſage: „Gruß und Heil!
Gott ſchenk' Euch gute Tage, hohe Frau,
Der dieſes Land zur zweiten Heimat ward...
Und ſonnig milden Himmel allezeit,
Und was das Herz erfreut: ſchon jetzo ſtrahlt
Aus holder Kinder frommem, blauem Aug'
Ein Widerſchein von ungetrübtem Glück:
Er mög' Euch fröhlich in die Zukunft leuchten
Und ſtets zu reich'rem Glanz gedeihn!... Ihr habt
So manchem auch ſchon große Freud' bereitet.
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