Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 9: Gesammelte Gedichte)
[1916]
Seite: 135
(PDF, 39 MB)
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Geſammelte Gedichte. 135⁵

Der deutſche Geiſt, das deutſche Wort
Und deutſche Art und Sitte!

Trotz arger Zeit und fremdem Spott
Wir pflegen ſie in Liebe,
Fürs Weitre ſorgt der alte Gott
Und ſorgen deutſche Hiebe!

Ich aber füll' mein Glas zum Rand
Und bring's aus Herzensgrunde
Der teuren Stadt im Frankenland,
Dem Pegnitz⸗Blumenbunde!

Zur zweiten Auflage des Trompeter von Säkkingen.

Fünf Jahre ſind verrauſcht, vergnügter Sang,
Seit du gebucht die erſte Fahrt gewagt,
Es war ein ſchlichter Muſikantengang,
Und großes Schickſal hat dir nicht getagt:
Im Zunftbereich der Kalten und Verſtänd'gen
Blieb jegliches Furore dir erſpart, L
— Vo Zahl und Formel herrſcht ſtatt des Lebend'gen,
Iſt kein Quartier für dich und deine Art,
Auch aus den Höh'n gebauſchter Krinolinen
Hat wenig Huld auf dich herabgeſchienen.

Nicht jeder taugt zu jedem. Das Gebirg
Treibt andre Blumen als der Tiefenſand;
Doch da und dort im deutſchen Sprachbezirk
Trafſt du ein Herz, das dir ſich zugewandt:
Wo luſt'ge Brüder bei weingoldnen Flaſchen
Ihr Lied anſtimmten, warſt du oft dabei,
Man fand dich vor in alten Weidmannstaſchen
Wie bei des Landſchaftmalers Staffelei,
Von Pfarrherrn ſelber gingen dunkle Sagen,
Daß ſie als Waldbrevier dich bei ſich tragen.

Und manchem, der ſich eine Braut genommen
Und mit ihr auszog in die Einſamkeit,
Warſt als Geſchenk und Kurzweil du willkommen,
Es lieſt nicht ungut ſich in dir ſelbzweit.


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