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Geſammelte Gedichte. 147
Jetzt kommt die andre nimmer
Zum grünen Wipfeldach.
Im Tal ſteht eine Tanne,
Die längſt der Sturm zerbraſt,
Dort ſitzt ſie ſtill und einſam
Auf einem dürren Aſt.
Brunhilde.
Der Hengſt riß wiehernd aus.
Die Hinterhufe ſchlugen
Das nachgeſchleppte Weib —
Verrenkt in ſeinen Fugen
Ward jedes Glied in ihr.
Um ihr entſtellt Geſicht
Flog ihr gebleichtes Haar —
Die ſpitzen Steine tranken
Ihr königliches Blut,
Und ſchaudernd ſahn die Franken
Chlotar, des Zürnenden,
Entſetzlich Strafgericht.
Wartburg⸗Abſchied.
1859, den 8. November, in das Album des Kommandanten
der Wartburg.
Das war ein Herbſt voll Pracht und Klang
Und kunſtverklärter Stunden!
O, wohl mir, der ich hier ſo lang
Ein gaſtlich Dach gefunden.
Schon jagt der Winterwind im Land
Das Laub von allen Bäumen,
Schon glänzt im Schnee der Höhen Rand
— O Berg, ich muß dich räumen.
Doch heut wie morgen, nah' und weit,
Schlägt dir mein Herz in Treuen;
Du fröhliche, ſelige Wartburgzeit,
Wann wirſt du dich erneuen? —
10*
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