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170o Geſammelte Gedichte.
Mein roter Hahn qualmt Turm und Stadt zuſammen,
Mit Fackelbrand zünd' ich der Welt ein Licht;
Kein Strom von Tränen löſcht die Wut der Flammen,
Mich ruft Verblendung, denn ſie kennt mich nicht.
Huſſa, wie bäumt wildſchnaubend ſich der Renner!
Die Feldſchlacht tobt... das Eiſen haut und ſticht ...
Mit ſcharfer Senſe mäh' ich mir die Männer:
Mich ruft Verblendung, denn ſie kennt mich nicht.
Zuletzt, mein Roß, peitſch' ich dich ſelbſt danieder.
„Auch du ein Aas!“ ſo will's das Strafgericht ...
Wer mit den Furien auszieht, kehrt nicht wieder.
Mich ruft Verblendung, denn ſie kennt mich nicht.
Im Namen von Theodor Pixis ans Publikum.
Was an tiefſtem Schmerz mein Gemüt erprobt,
Der Seele Jubeln und Weinen —
Das hab' ich in Zeichnungen ausgetobt,
Die photographiert itzt erſcheinen.
Widmung in ein Gaudeamus.
Mein lieber Felix Dahn,
Dies Büchlein ſchau dir an,
Alt⸗Heidelbergiſch Weſen,
Auch in Wirzburg gut zu leſen.
Dem Hofmaler der Saurier,
Herrn
Heinrich Zugmayer
in Wien.
(Mit zwei Rückenwirbeln des Ichthyos aus dem gelben Lias
von Banz.)
Eine vorſündflutliche Stimme
Hallt tief aus dem Lias und ſpricht:
„O Menſchen, ſpätlebige, ſchlimme
Froſchgeiſter, wem ſpottet ihr nicht?
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