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Geſ ammelte Gedichte. 181
Doch wie wir unſerer Zeit gerecht geworden,
So freut uns, was bewußt die eure ſchafft,
Nicht ſchickt ſich eines ſtets und aller Orten,
In neuer Form bewährt ſich neue Kraft.
Drum ſoll ein Trinkſpruch kräftig hier erſchallen
Zu meiner Heimat goldnem Mauerwein: G
„Dem Bau der Zukunft!“ — bis die Schranken fallen
Leg' Süd wie Nord vorplanend Ehre ein:
Zwei Preisaufgaben ſtell' ich heut euch allen
Und wer ſie löſt, mag Baudirektor ſein:
Architektur: des deutſchen Reichstags Hallen,
Ingenieurs: die Brücken übern Main!“
Feſtlied der Studenten.
zur Gründungsfeier der Univerſität Straßburg 1. und 2. Mai
1872.
Heut trennt unſer minniglich Sehnen
Kein deutſcher, kein galliſcher Rhein,
Wir ziehen gleich Lohengrins Schwänen
Maifröhlich in „Strazzeburc“ ein;
Der Hochſchulen jungjüngſte Schweſter
Sei als bräutliches Ziel uns erſehn:
Sie ſteht noch im erſten Semeſter,
Drum iſt ſie auch jung noch und ſchön.
Wo Gottfried den Triſtan geſungen,
Wo Erwin ſein Münſter erbaut,
Wo Gutenbergs Kunſt ſich erſchwungen,
Da iſt uns der Boden vertraut.
Was ſonſt noch zu Argentoratum
Einſt Römer — und andre gemacht,
Dem ſei als entſchwundenem Fatum
Ein ſühnend Glas Lethe gebracht!
„Es konnt' ja nicht immer ſo bleiben
Hier unter dem wechſelnden Mond,“
So würde Schöpflinus jetzt ſchreiben,
Der als Jubelgreis einſt hier gewohnt;
Doch wenn unter pflegenden Händen
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