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Geſammelte Gedichte.
Wir ſtehn ihm bei, wir rütteln an der Kette
Des Ernſts und ſcheu'n der Langeweile Gift,
Ein ſtreitbar Volk mit Pinſel und Palette,
Richtſcheit und Zirkel, Meißel, Schrift und Stift.
Nicht mehr in einem Tal bei armen Hirten
Irrt unſre Kunſt verſchüchtert, fremd und ſcheu;
Sie zählt ſich kühnlich zu der Menſchheit Zierden
Und tapfre Jünger huldigen ihr treu. —
Heil dieſer Stadt, wo ſie in guten Stunden
Sich Heimat, Gunſt und manchen Freund gewann,
Daß der Verein, zu dem wir uns verbunden,
Solch werten Kreis bei ſich begrüßen kann.
Wo find' ich Worte, euch zuerſt zu danken,
Ihr Holden, deren Hierſein uns entzückt?
... Schwung des Gefühls und Leuchtkraft der Gedanken
Kennt ja nur der, den Frauengunſt beglückt.
Wo wäre Gnade je in einem Bilde,
Wo Farbenharmonien zart und weich,
Erlernten Grazie, Feinheit, Maß und Milde,
O Meiſterinnen, ſtets wir nicht von euch?
Wohl ruht in jedem Lichtblick ſchöner Augen
Ein Feeenzauber. . doch nicht dort allein;
Der Künſtler, ſoll ſein farbig Schaffen taugen,
Muß da und dort auch ſelbſt ein Zaubrer ſein!
Wohlan, wir geben unſre beſten Proben
Und zaubern eine ganze Galerie
Von „Lichteffekten“, die den Meiſter loben,
Verzeichnet auch ein Katalog ſie nie.
Doch nur, wer tanzt, gilt heute als verſtändig ...
Auch „Lichteffekte“ ſind auf Tanz erpicht..
. . . Drum, wird die ganze Galerie lebendig,
Verehrteſte, entſetzt darob euch nicht!
Bald ſteigen kecklich aus den goldnen Rahmen
Van Dyck und Rembrandt, Holbein und Franz Hals
Und werben um die Huld der jüngſten Damen
Im Schwebeſchritt und Wellenſchwung des Balls.
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