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Geſammelte Gedichte. 193
Der Kaiſerin Auguſta zum Waltarilied.
Als einſt der Sachſenkaiſer
Kriegsruhm die Welt durchklang,
Schuf einer in Sankt Gallen
Lateiniſch dieſen Sang.
Neunhundert Jahre floſſen
Im Zeitenſtrom dahin:
Erneut bring' ich ihn heute
Der deutſchen Kaiſerin.
Glückauf — noch blüht Altdeutſchland,
Und Helden, den alten gleich,
Wiſſen zu kämpfen und ſiegen
Und ſchirmen das neue Reich!
Der Kaiſerin Auguſta zum Trompeter von Säkkingen.
Ich ſehe der Alpen ſchimmernden Schnee
Zu der Mainau herüberſtrahlen
Und die Abendſonne auf ſchimmernden See
Ihre ſchönſten Goldlichter malen.
Trompeter, du Sänger von Jugend und Glück,
Nun blaſe die feinſte Weiſe:
Die Kaiſerin Auguſta nimmt
Dich huldvoll mit auf die Reiſe.
Gern hört ſie ein Lied von des Oberrheins Strand
Und des Schwarzwalds Edeltannen,
Denn ihrer Enkel Wiege ſtand
Im Land der Alemannen.
Feſtlied
zur Gründungsfeier der Univerſität Czernowitz. Oktober 1875.
Verwundert hebt der Pruth im Schilf
Sein Haupt, das flutumſchwemmte,
Denn hoch zu Roß, im Frührotſchein
Naht eine hohe Fremde:
Scheffel. IX. 13
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