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Geſammelte Gedichte. 211
Lach' über Toren und Weiſe
Als fröhlich Schwabenkind,
Kaum merkend und bemerkend,
Wie viele gut dir ſind.
Einsmal kommt auch der Rechte,
Der dich als Backfiſch fiſcht.
Der Herrgott fügt's ſchon richtig,
Wenn man von Stuegert iſcht.
Und ruht dein braver Onkel,
Der dieſe Worte ſpricht,
Dereinſt in kühler Erde
Von Rheuma, Groll und Gicht,
So denke ſein, erſchauſt du
Den Unterſee im Glanz,
Und wind' aus Mettnaublumen
Ihm den Gedächtniskranz!
Die eiſerne Hand.
„Urfehde ſchwört, anſonſt ich
Euch in den Brummturm ſetz',“
Sprach Heilbronns Bürgermeiſter
Zum Berlichinger Götz.
Zu beſſerm Nachdruck ſtanden
Den Rathausgang entlang
Weinſchröter, Schmied' und Flößer
Mit Haken, Spieß und Stang'.
Doch wie ein Ratsherrnfinger
Den Hinterhalt winkt vor,
Hub grimm der Berlichinger
Die Eiſenfauſt empor.
Und ſtill ward's auf den Bänken,
Und ſtill in Saal und Haus:
In Fingern und Gelenken
Sah ſie ſo ſchlagbar aus,
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