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Geſammelte Gedichte.
Jetzt fehlt nur noch eines:
Die Stadt iſt zu leer,
Ich ſchaff' etwas Feines:
Eine Hochſchul muß her!“
Herr Julius Echter von Meſpelbrunn,
Fürſtbiſchof und Herzog in Franken,
Sprach weiter: „Ein deutſcher Mann und Chriſt
Denkt auch der Armen und Kranken.
Zwar heilt uns am beſten
Ein fröhlicher Sinn
Und Mainwein und Steinwein
Sind auch Medizin.
Doch wenn der Menſch krank iſt,
Wird die Welt ihm zur Qual,
Drum ſtift' ich zur Hochſchul
Das Julius⸗Spital.“
Herr Julius Echter von Meſpelbrunn,
Fürſtbiſchof und Herzog in Franken,
Als Domherrngeiz nichts ſteuern wollt,
Tat ſtramm er ſie verzanken:
„Ihr wollt mich vexieren?!“
Aus nichts wird ja nichts;
Tut auf eure Truhen
Für Werke des Lichts!
„Das Hochſtift braucht Umgeld
Und viel Kapital,
Daß Schnabelweid werde
Für Schul und Spital!“
Herr Julius Echter von Meſpelbrunn,
Fürſtbiſchof und Herzog in Franken,
Hing ſtolz den Rektormantel um
Mit Purpur und goldenen Ranken;
Denn er war ja ſelber
Wohl an die zehn Jahr
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