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Geſammelte Gedichte. 231
In Paris und Pavia
Ein tapfrer Scholar.
Und was ſo ein frommes,
Bemooſtes Haupt ſchafft,
Das hat für die Nachwelt
Noch Segen und Kraft.
Herr Julius Echter von Meſpelbrunn,
Fürſtbiſchof und Herzog in Franken,
Seit drei Zentennien reift die Frucht
Von jenem guten Gedanken.
Und die Würzburger Glöcklein
Haben ſchönes Geläut
Und die Würzburger Mägdlein
Sind kreuzbrave Leut.
Und die Alma Frau Julia
Kommt ſtrahlend ſtolziert:
Hoch lebe ein jeder,
Der mitjubiliert!
Der Hegau⸗Sänger.
Seid mir gegrüßt im Sonnenglanz,
Du ferner Alpenſchnee,
Ihr Berge meines Heimatlands
Und du, mein blauer See!
Der hohe Stoffeln winkt's vertraut
Dem hohen Hewen zu,
Durch Wald und Fliur erklingt es laut:
„Mein Hegau, ſchön biſt du!“
So ſingt ein Sänger, weit bekannt,
In ſüßer Melodei,
Die Zither ſchwebt am grünen Band
Um ſeine Schultern frei.
Das Band hat liebe Hand geſtickt
An wildem Schwarzwaldhang,
Als er, den Bart mit Eis durchſpickt.
Dort Schuberts Lieder ſang.
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