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Geſammelte Gedichte.
Die ſchönſte Weihnachtspoeſie —!
Kann dir genug nicht danken,
Wer hat wie du, o Nataly,
So ſchmackhaft eßbare Gedanken? —
Gott lohn' dir die köſtliche Gabe,
Nataly — weißer Rabe!
Im Kölner Dom.
Im Kölner Dome ſtehen
Viel Heilige von Stein —
So viel der Jahre möcht' ich
Noch froh auf Erden ſein.
Doch bald heißt's: „Auf zur Abfahrt!“
Wer denket dann noch mein?...
Die Lieder ſind verklungen,
Und ruhig fließet der Rhein.
Zur Enthüllung von Konradin Kreutzers Denkmal.
O Kreutzer, teurer Meiſter,
Der ſo viel Schönes ſchuf,
Dich weckt im Reich der Geiſter
Der Heimat Feſtgrußruf.
Sie hat dich nicht vergeſſen,
Hell glänzt dein Bild in Erz,
Denn deine Weiſen leben
In aller Sänger Herz.
Noch ſteht im Tal die Mühle,
Dein altes Vaterhaus;
Als Wiegenlied empfing dich
Des Mühlenrads Gebraus
Am Sankt Cäcilientage
Wohl vor einhundert Jahr:
Kein Wunder, daß das Knäblein
Ein Muſiker bald war.
Was uns mit edler Weihe
Hochfreudig ſchwellt die Bruſt,
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