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266 Geſammelte Gedichte.
hatte in Vinzenz Lachner einen Muſiker als Mitglied, der Scheffelſche Lieder
mit Vorliebe und vielem Geſchmack komponierte. Lachners Scheffelkompoſi⸗
tionen, die vom Verlag des Lahrer Kommersbuches 1860 preisgekrönt worden
waren, wurden am Stiftungsfeſt der „Räuberhöhle“ 1861 durch den „Lieder⸗
kranz“ geſungen. Lachner ſelbſt hat am 8. Februar 1861 die Einladung zur
Teilnahme an dem Feſt an Scheffel nach Karlsruhe geſandt. Der Dichter aber
befand ſich als Geneſender in Breſtenberg am Hallwyler See und mußte auf
den Beſuch in Mannheim verzichten. Er ſandte dafür den „Klaggeſang“ am
22. Februar 1861 mit der Bitte um ſtilles Beileid. — Bgl. auch Proelß, kleine
Ausgabe S. 323 f.
S. 158. Liebesrunen. Wenn der Herausg. darauf hinweiſt, daß die An⸗
fangsbuchſtaben der acht Versreihen das Wort Heliſena ergeben, ſo will er
damit bloß eine Vermutung wagen. Vielleicht liegt des Rätſels Löſung in
dieſer Richtung.
S. 160. Erinnerung. Vgl. dazu die Eintragungen in Scheffels Notizbuch,
die Werner Kremſer in den Studien über Scheffel, Salzburg 1913, S. 39ff.
abgedruckt hat und die wie „eine reizende Novelle“ anmuten.
S. 162. Am Hallwyler See. Bgl. dazu Scheffeljahrbuch 1900, S. 23,
wo von der Entſtehung des Gedichtes erzählt wird.
S. 169. Antwort an Dr. Wilhelm Molitor. M. hatte dem Dichter
drei Sonette zugeſendet, die den Ekkehard verherrlichen, am Schluß aber die
Frage aufwerfen, warum Sch. dem irrenden Mönch nicht die Gnade Gottes
habe zuteil werden laſſen. Bgl. Scheffeljahrbuch 1893, S. 26 ff.
S. 170. Im Namen von Theodor Pixis ans Publikum. Bgl.
Scheffeljahrbuch 1904, S. 31.
S. 170. Widmung in ein Gaudeamus. Nach Scheffeljahrbuch 1893,
S. 73.
S. 170. Dem Hofmaler der Saurier. Nach Scheffeljahrbuch 1892,
S. 129 f.
S. 173. Dem Improviſator Hermann. Bgl. Scheffel an Dahn, 5. April
1869: Es war ein merkwürdiger Kauz unter uns, deſſen Begabung nicht zu
leugnen iſt, der Improviſator Profeſſor Hermann. Der Mann denkt rhyth⸗
miſch, und blitzſchnell iſt er daher imſtande, im Augenblicke, wo ihm eine lyriſche
Aufgabe geſtellt wird, eine Schlußpointe von Effekt zu erſinnen und ſofort
mit den Strophen zu beginnen, die darauf losſteuern (Felix Dahn und Joſeph
Scheffel von Theodor Siebs. Breslau 1914, S. 24). Derſelbe Hermann ſchickte,
nach einer im Schwanitznachlaß befindlichen Abſchrift, dem Dichter ein paar
Verſe, als ihm vom König von Bayern das Verdienſtkreuz erſter Klaſſe ver⸗
liehen worden war. Darauf antwortete Scheffel:
Dichtkunſt erquickt, doch weiß ſie ſchwer zu tragen,
Und früh ergraut im Lorbeergrün das Haupt:
Ich hab' ihr Kreuz wohl zwanzig Jahr' getragen,
Bis mir der Staat zu tragen es erlaubt.
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