Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-1
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (1)
[1919]
Seite: 12
(PDF, 92 MB)
Bibliographische Information
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke1/0014
Scheffels Leben und Werke.

band Scheffel bald eine Freundſchaft, die den Weggang des Thu⸗
ringers nach Fena im Frühling 1845 überdauern und den Dichter
mit dem „wackeren Geſellen“, der ſeine weitere Laufbahn in
Eiſenach, Apolda und Ilmenau verfolgte, wo er als Oberamts-
richter und Geheimer Zuſtizrat 1903 verſtarb, lebenslang in einem
ungetrübt innigen Verhältnis vereinigen ſollte. Die „Alemannia“
verſchmolz ſich dann im Sommer mit der „Palatia“ wiederum zu
einer neuen Verbindung, die den Namen „Teutonia“ führte.
Zum Studieren blieb bei ſolcher Betätigung außerhalb der

Vorleſungen keine Zeit. „Der wilde Drang des Heidelberger

Lebens“ nahm unſeren Studenten mit Sang und Klang in Be—⸗
ſchlag. Die Kneipzeitung, von Scheffel zuſammen mit Ludwig
Eichrodt, Karl Blind und dem ſpäteren badiſchen Finanzminiſter
Moritz Ellſtätter geleitet, forderte auch Scheffels dichteriſche Be—
tätigung heraus, ohne daß ſie den Freunden neben Eichrodts Ge—⸗
wandtheit und Laune damals ſchon irgendwie tieferen Eindruck
machte. Fröhliche Wanderluſt führte in der prächtigen Umgegend
umher bis an die Nahe und nach Bingenz geſchichtliche und lite⸗
rariſche Erinnerungen finden dabei jetzt ſchon gerne Berückſichti⸗
gung. Bei einer Wanderung an den Siegfriedsbrunnen im Oden⸗-
wald begleitet den Studenten das Nibelungenlied, deſſen 16. Ge—
ſang, hier an Ort und Stelle geleſen, „einen eigenen tiefgehenden
Eindruck“ machte; „die Geſtalten traten lebendig hervor als Staf⸗
fage in der vor uns liegenden Landſchaft“: alſo ganz wie der Dich⸗
ter ſpäterhin zu ſchauen und zu ſchaffen pflegte. Am Ende des
Sommerſemeſters wanderte er mit dem Bater neckaraufwärts
durch Schwaben. Eine Einkehr bei Juſtinus Kerner in Weinsberg
ließ eine „eigene nachhaltige Erinnerung“ zurück; ein mehrtägiger
Aufenthalt in Maulbronn gab zur Vertiefung in mittelalterliche
Kunſt erneute Anregung.
Nicht ohne Schwierigkeit rang Scheffel den Eltern im Herbſte
die Erlaubnis ab, das Studium in Berlin fortzuſetzen, wo die
Wiedervereinigung mit Eggers in lockender Ausſicht ſtand. Von
Nürnberg aus marſchierte er zu Fuß über Bamberg nach Thü—
ringen, in Fena ward bei Schwanitz und ſeiner Burſchenſchaft
„Teutonia“ ausgiebige Einkehr gehalten. In der preußiſchen
Hauptſtadt aber ließ ſich das Leben nicht allzu roſig an. An die

Stelle des fröhlichen Burſchentreibens trat ein einſam fleißiges

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