Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-1
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (1)
[1919]
Seite: 36
(PDF, 92 MB)
Bibliographische Information
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke1/0038
Scheffels Leben und Werke.

5. Frau Aventiure (1859—64).

Beſuche bei Freund Schwanitz in Eiſenach hatten Scheffel früh
auf die Wartburg geführt und mit deren Kommandanten bekannt
gemacht. Für das ſtille Bergſchloß brach eben damals eine neue

Zeit herein. Schon als Thronfolger hatte Karl Alexander von

Weimar, Anregungen der Mutter folgend, den Entſchluß gefaßt,
die Burg neu erſtehen zu laſſen im vollen Glanze der großen ge⸗
ſchichtlichen Erinnerungen, die ſie unvergleichlich umweben. In
Rückſicht auf dieſe Pläne ſetzte er 1840 den Freiherrn Bernhard
von Arnswald (1807—77) als Schloßhauptmann ein, einen lie—
benswürdigen, hochgebildeten und kunſtſinnigen Offizier, der
ſchon ſeinem Vater nahegeſtanden. Arnswald war in vielerlei
Sätteln gerecht, ſein Zeichentalent hatte ſchon Goethes Anteil
erregt, er ſchlug die Zither und vertonte Lieder und trieb kunſt
wiſſenſchaftliche und geſchichtliche Studien, insbeſondere zur Ge—
ſchichte der Wartburg, um die er ſich in 37jähriger Amtstätig-
keit verdient gemacht hat. Auf einer Badereiſe nach dem Süden
war er auch mit der Familie unſeres Dichters bekannt gewor—
den und zur Frau Majorin in ein freundſchaftliches Verhält—
nis getreten, das in einem lebhaften Briefwechſel ſich fortſpann.
Von den Schickſalen des Sohnes und ſeinen künſtleriſchen Ar—
beiten war er fortdauernd aufs genaueſte unterrichtet worden.
Seinem Fürſten ſtand er bei der geplanten und bald in Angriff
genommenen Erneuerung der Burg mit ſoviel Eifer als Ver—
ſtändnis zur Seite. Er hatte ihm Hugo von Ritgen zugeführt,
der den Palas in ſeiner alten Schönheit erſtehen ließ. Da der
Großherzog die ſtolzen Erinnerungen ſeiner Burg auch literariſch
geſtaltet zu ſehen wünſchte, lag es Arnswald nahe genug, ihn
auf den Verfaſſer des „Ekkehard“ zu verweiſen. So war Scheffel
dem Fürſten ſchon in München vorgeſtellt worden, nun erhielt
er eine Einladung, Anfang September 1859 der Einweihung
des Schillerk/ Goethe⸗kStandbildes von Rietſchel in Weimar beizu⸗
wohnen. Er folgte ihr und ward vom Großherzog empfangen,
der ihn für ſeine literariſchen Abſichten zu gewinnen ſuchte. Eine
Wanderung durch den weſtlichen Thüringer Wald brachte den
Dichter mit Thüringer Volksleben und der Geſchichte des Lan—
des in anregende Berührung, eine Einkehr bei Arnswald auf
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