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Naturwiſſenſchaftlich. 19
„Erwach', ſei ein Mann und erhebe dein Haupt,
Zerſpreng' die beengenden Bande,
Aus himmelanſteigender Felſenburg
Beherrſch' die geſchichteten Lande!
„Erwach' und ruf': ‚perrumpendum est!“
Wie drüben im Alpenbezirke
Deine tapfern Ahnen Granit und Porphyr,
Die Stammherrn der kühnſten Gebirge.“
Da hub der Baſalt zu ſeufzen an,
Er hatte, von Langweil' betrübet,
Ein geologiſcher Romeo,
Sich in die Molaſſe verliebet.
Molaſſe, der Erbfeinde Töchterlein,
Moderne, mariniſche Schichten!...
Drum nagte der Gram wie verzehrender Roſt
An ſeinem Trachten und Dichten.
Um der Tiefe zentrale Urfeuer lag
Er träumend und ſprach wie im Fieber:
„O wär' ich ein wäßriger Niederſchlag
Und bei ihr ... das wäre mir lieber!“
Erdmännlein, die klugen, ſie trugen ſtets
Den Fortſchritt des Ganzen im Sinne;
Was kümmert ſolch doktrinäres Volk
Des einzelnen Herzweh und Minne?
Und wieder hetzten und ſchürten ſie ſcharf:
„Laß ab von deinen Biſionen,
Du ernteſt nur einen Korb und den Spott
Der ſämtlichen Formationen.
„Schon flüſtert's der Onkel Steinſalz dem Kalk,
Schon baſen es höhniſch die Wellen:
‚Wie kann ſich des Meeres drittälteſtes Kind
Dem Auswurf des Feuers geſellen!““
... Was weiter geſchah, man erfuhr es nie,
Doch plötzlich faßt' ihn ein Wüten,
In feuriger Lohe ſchnob er heraus,
Seine Adern glühten und ſprühten.
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