Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-1
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (1)
[1919]
Seite: 29
(PDF, 92 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke1/0102
10

15

20

Kulturgeſchichtlich. 29

Im Schwarzen Walfiſch zu Askalon
Wird kein Prophet geehrt,
Und wer vergnügt dort leben will,
Zahlt bar, was er verzehrt.

Heſiod'.
„Laßt mein Lied mich beginnen von
Helikoniſchen Muſen.“
. „Theogonie“ 1 u. ff.
Licht glühte des Helikon Klippe
In Mittagspurpur und Blau,
Da ſchlief bei dem Quell Aganippe
Ein Hirtenknabe im Tau.
Die Lämmer von Askra zu hüten
War er zum Gebirge entſandt,
Nun hatte den allzufrüh Müden
Des Helios Kraft übermannt.

Da ſtieg aus den ſonnigen Klüften
Eine göttliche Neunzahl herab,
Der ſchwebende Anmut die Hüften
Und Goldreif die Locken umgab;
Sie ſchritten in rhythmiſchem Reigen
Zum Hen dem die Quelle entfloß,
Und ſtellten in heiligem Schweigen
Dem Träumer Geſchenke ins Moos.

Die erſte von Erz eine Feder,
Die zweite für Tinte ein Faß,
Die dritte ein Zwickbuch in Leder,
Die viert' ein geſchliffenes Glas.

1 Her griechiſche Dichter Heſiod (um 700 v. Chr.) ſtammte aus Askra
in Böotien. Er verfaßte die „Theogonie“, die eine Art Spſtem der alt-
griechiſchen Mythologie bildet, und die „Werke und Tage“, die man einen
Bauernkalender nennen kann, inſofern ſie Belehrungen geben über die zur
Verrichtung landwirtſchaftlicher Arbeiten geeigneten Zeiten. — Nach einer
in der „Theogonie“ erzählten Viſion erſchienen dem Heſiod, als er bei
Askra am Fuße des Helikon die Schafe weidete, im Traume die Muſen und
weihten ihn zum Dichter, indem ſie ihm einen Lorbeerſtab überreichten und
die Gabe des Geſanges verliehen.


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke1/0102