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Kulturgeſchichtlich. 33
Und fand nicht, was er ſuchte...
O wer kennt den Schmerz
Der auf ſich bäumt im biederen Etruskerherz,
Wenn alles — alles — alles auf die Neige ging
Und nur der Graus des Leeren in der Taſche wohnt,
Wo der Seſterz ſonſt fröhlich beim Denar erklang! ...
Den Helm abnehmend von dem ſchwerbedrückten Haupt,
Fuhr mit der Rechten langſam er zur Stirn empor.
Gen Populonia rückwärts flog ſein feuchter Blick
Und blaue Blitze leuchteten im Heldenaug'.
„O Wirtshaus zur Chimära!“ ſprach er wehmutvoll,
„Iſt das das Ende? Winkte das der Bögelflug,
Der vor drei Tagen krächzend mir zur Linken ſtrich?
Sprach das des Stieres rätſelvolles Eingeweid'?
O Wirtshaus zur Chimära! was iſt lieblicher
Als einzuziehn, ein Gaſtfreund, in dein Gaſtgemach?
Verſtändig waltet dort ein vielgeübter Wirt,
Und edle Helden ſitzen um den kühlen Trank,
Den von dem Berg herabgeſendet Dimeros'.
„Weisheit entſtrömt bedachtſam zechender Männer
AMund
Zumal an jenem obern, linnenweißen Tiſch,
Wo Tegulinums Augur', ſpäter Mitternacht
Trotz bietend, ausharrt, einer ehernen Säule gleich,
Und ſternenkundig vorſingt in dem Rundgeſang.
O Wirtshaus azaur Chimära! doch ſag' an, wohin,
Wohin verſchwindet... ha! was ſpricht mein Mund es aus,
Das dreimal gottverfluchte Wort, von dem allein
Des Tuskers Schickſal abhängt, ha — das bare Geld?!
O Fufluns, Fufluns?! unheilvoller Bacchus du!
's iſt alles fort und hin und hin und fort... hahumm!
„.. Doch eine Tat, ich ſchwör's, ſei itzt von mir getan,
Wie ſie die blöde Welt ſich nicht im Traume träumt,
1 Scherzhafte Vergriechung des Heidelberger Weinwirts Diemer. —
2 Gemeint iſt Chriſtoph Schmezer, Pfarrer von Ziegelhauſen (lat. tegula,
der Ziegel), Liebhaber der Aſtronomie und eifriger Vorſänger im Engeren;
vgl. S. 112 und das in Scheffels Handſchrift wiedergegebene Gedicht vor dieſem
Band. — 3 Fufluns iſt der etruskiſche Name des Bacchus.
Scheffel. J. 3
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