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Gaudeamus!
Da hub ſich ein Sturm auf dem Meere
Und rollender Donner erkracht.
Umzuckt von geſpenſtigem Glaſte
Ein ſchwarzes Schiff brauſt vorbei,
Hemdärmlich ein Geiſt ſteht am Maſte
Und furchtbar gellet ſein Schrei:
Chorus:
„JZetzt weicht, jetzt flieht! Fetzt weicht, jetzt flieht
Mit Zittern und Zähnegefletſch:
Jetzt weicht, jetzt flieht! Im Sturm herzieht
Der Enderle von Ketſch!“
Solo:
Der Donner klang leiſe und leiſer
Und glatt wie Ol lag die See,
Dem tapferen Mückenhäuſer,
Dem Kanzler, war's wind und weh.
Der Pfalzgraf ſtund an dem Steuer
Und ſchaut' in die Wogen hinaus:
„Rem blemm! 's iſt nimmer geheuer,
O Cyprus, wir müſſen nach Haus!
„Gott ſei meiner Seele gnädig,
Ich bin ein gewitzigter Mann:
Zurück, zurück nach Venedig!
Wir pumpen niemand mehr an.
„Und wer bei den Türken und Heiden
Sein Geld wie ich verſchlampampt,
Der verzieh' ſich geräuſchlos beizeiten,
Es klingt doch höllenverdammt:
Chorus:
„Jetzt weicht, jetzt flieht! Fetzt weicht, jetzt flieht
Mit Zittern und Zähnegefletſch:
Jetzt weicht, jetzt flieht! Im Sturm herzieht
Der Enderle von Ketſch!“
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