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Die Lieder vom Rodenſtein. 49
Die Lieder vom Rodenſtein.
Die drei Dörfer.
1.
Wer reit't mit zwanzig Knappen ein
Zu Heidelberg im Hirſchen?
Das iſt der Herr von Rodenſtein,
Auf Rheinwein will er pirſchen.
„Hollaheh! den Hahn ins Faß! ſchenkt ein,
Ich fürcht', die Kehlen roſten!
Wir wöll'n ein Fahr lang luſtig ſein,
Und ſollt's ein Dorf auch koſten!
„Ein Dorf, was iſt's? .. . Nur Miſt und Rauch,
Ich hab' ja ihrer dreie ...
Gerſprenz und Pfaffenbeerfurt auch
Und Reichelsheim, das treue!“
Trommeten klangen mit Schalmei'n
Und Pauken um die Wette,
Zwölf Monden ſaß der Rodenſtein
Beim fürſtlichen Bankette.
Und als er ſich nach Fahr und Tag
Die Rechnung hergewunken,
Da ſprach er: „Blitz und Donnerſchlag!
Jetzt iſt Gerſprenz vertrunken!
Gerſprenz iſt hin!
Gerſprenz iſt fort!
Gerſprenz der fromme, der züchtige Ort,
Gerſprenz... iſt..veritrunken.
„Hollaheh! doch wie man's treibt, ſo gehts,
Was liegt an dem Verlurſte?
Man ſpricht vom vielen Trinken ſtets,
Doch nie vom vielen Durſte.
Gerſprenz iſt hin!
Gerſprenz iſt fort!
Gerſprenz der fromme, der züchtige Ort,
Gerſprenz...iſt..veritrunken.“
Scheffel. 1. 4
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