Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-1
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (1)
[1919]
Seite: 55
(PDF, 92 MB)
Bibliographische Information
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Die Lieder vom Rodenſtein. 55

Er trank und ſprach mit Trauern:
„Du braver Rodenſtein!
Allein ich muß bedauern,
Ich kann nicht bei dir ſein!

„Iſt dir was zugeſtoßen —
Auch ich hab' was erlebt:
Ich bin mit Rock und Hoſen
Hier völlig feſtgeklebt.“

Die Jungen meld'ten traurig
Dem Kranken, was geſchehn,
Da ſprach er fieberſchaurig:
„O Knapp, das iſt nicht ſchön!

„Läſſeſt du dein'n Herren ſchwitzen
In ſolcher Not und Plag',
So ſollt du überſitzen
Bis an den Füngſten Tag!“

Er ſprach's und ſtarb im Fieber,
Sein letztes Wort traf zu,
Der Knapp ſitzt heut noch über,
Es läßt ihm keine Ruh'.

Und nachts wie Sturmgewitter
Jagt's oft ſtraßauf, ſtraßab,
Das iſt der alte Ritter,
Er ruft: „Wo ſteckt mein Knapp?!“

Das wilde Heer.

Das war der Herr von Rodenſtein,
Der ſprach: „Daß Gott mir helf',
Gibt's nirgend mehr 'nen Tropfen Wein
Des Nachts um halber zwölf?“
'raus da! 'raus aus dem Haus da!
Herr Wirt, daß Gott mir helf',

Gibt's nirgend mehr 'nen Tropfen Wein

Des Nachts um halber zwölf?“


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