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66 Gaudeamus!
„Das kochten uns Erdfeuergeiſter
Mit AÄther und Sonne im Bund.
Drum flutet's und glutet im Becher
Geiſtfunkelnd, ſanftrhythmiſch und voll,
Als ſängen homeriſche Zecher
Ein joniſches Kneiplied in Moll.“
Der zweite, ein trockener Kenner
Und Deuter des römiſchen Rechts:
„Proficiat“, ſprach er, „ihr Männer,
Wir läppern allhiero nichts Schlechts.
Wer ſchaut nicht, wenn bacchiſches Donum
So goldklar im Kelchglaſe ſcheint,
Das Juſtum, Aequum et Bonum
In dieſem Römer vereint?“
Der dritte, der putzte die Lichter,
Die mächtig heruntergebrannt,
Und ſprach: „Zwar bin ich kein Dichter
Und kunſtlos und ſchlicht von Verſtand;
Doch nähert ſich ſolch einem Schoppen
Mein Herz.. dann überwallt's
's is halt e verflucht feiner Troppen,
Ich ſegne die Hügel der Pfalz!“
Derweilen ging draus auf dem Damme
Spießtragend ein vierter vorbei,
Der blies eine wunderſame
Gewaltige Melodei:
„Ihr Herren, und laſſet Euch ſagen,
Die Stadtgemeinde braucht Schlaf,
Die Glocke hat eilf Uhr geſchlagen,
Wer jetzt nicht zu Bett geht, zahlt Straf'.“
Perkéo'.
Das war der Zwerg Perkẽéo im Heidelberger Schloß,
An Wuchſe klein und winzig, an Durſte rieſengroß.
1 Hofnarr des Kurfürſten Karl Philipp (1716— 42), ein Knopfmacher
aus Lirol und gewaltiger Trinker; vgl. das 2. Stück des „Trompeters von
Säkkingen“.
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