Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-1
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (1)
[1919]
Seite: 109
(PDF, 92 MB)
Bibliographische Information
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Aus dem Weiteren. 109

Krokus, Sproß des Morgenlandes,
Seltner Gaſt auf Schwabens Flur,
Zeugnis ewig jungen Frühlings
Und uralter Weltkultur;
Wo itzt Flocken niederwirbeln
Auf die wohldurchblümte Au',
Pflanzte einſt ihr Saffrangärtlein
Eine kluge Römerfrau.
Saft den Süpplein ihrer Küche,
Herzarznei für böſe Sucht,
Dunkeln Locken Wohlgerüche
Zog ſie aus der edeln Frucht.
Und im Anhauch dieſer Blume
Schritt ſie, wenn der Frühling nah,
Opfernd zu dem Heiligtume
Der Diana Abnobau.

Die Gemeinde Gabelbach'.

Stolz ragt aus den Thüringer Tannen
Des Kikelhahns Haupt in das Land,
Von Goethe in klaſſiſchem Griechiſch
„Alectryogallonax“ genannt“.
Vom Wald, wo das Lied er geſungen:
„Ob allen Wipfeln iſt Ruh'“,
Da ſchaut eine kleine Gemeinde
Stillfriedlich den Welthändeln zu.

Und färbt die gerodete Stelle
Sich abendgoldſonnig und klar,
Da ſitzen ſie all' an der Quelle
Und bringen ein Rauchopfer dar.

1 Abnoba iſt der römiſche Name des Schwarzwaldes. — ² Trinkfrohe
Vereinigung Ilmenauer Honoratioren, die ſich in dern hochgelegenen Wald-
wärter- und Gaſthäuschen „Zum kleinen Gabelbach“ unter dem Kickelhahn zu
verſammeln pflegte. Scheffel, durch ſeinen Freund Schwanitz, Oberamtsrichter
in Ilmenau, zu ihr in Beziehung gebracht, beſuchte ſie im April 1878 und
wurde zum „Gemeindepoeten“ ernannt. — ³ „Auf dem Gickelhahn, den man
in einer klingendern Sprache Alecktrüogallonax nennen könnte“ Goethe an
Frau v. Stein, d. 6. Sept. 1780.


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