Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-1
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (1)
[1919]
Seite: 137
(PDF, 92 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke1/0210
10

30

Einleitung des Herausgebers.

Die Entſtehung der „Bergpſalmen“ fällt in das Fahr 1860.
Den Geiſt erfüllt von Entwürfen und Plänen für den großen Wart-
burgroman, zu dem er ſeit dem Herbſt 1857 emſig Stoff und Ge—
danken ſammelte (vgl. Bd. 2, S. 1 ff9, hatte Scheffel eine Fahrt
nach dem deutſchen Südoſten als Bedürfnis empfunden. Suchte
die Forſchung doch dort die Heimat des Nibelungenliedes, als deſſen
Dichter Heinrich von Ofterdingen im Romane auftreten ſollte.
Das machte für Scheffel, der nur Geſchautes zu ſchildern vermochte,
ein genaues Studium von Land und Leuten im bayriſch-öſter-
reichiſchen Donautal und ſeinem Alpenvorland zur Notwendigkeit.
So hatte der Vorfrühling 1860 den Dichter zunächſt an den
Chiemſee geführt. Im Chiemgau war jener Biſchof Pilgrim von
Paſſau zu Hauſe, von dem ſpäte Überlieferung wiſſen will, daß
er durch ſeinen Schreiber Konrad zuerſt die Nibelungenſage habe
aufzeichnen laſſen. In einem mehrwöchigen Aufenthalte auf
der Herreninſel ſammelte Scheffel Eindrücke und Stimmungen, die
ſich ſogleich zu Liedern verdichteten; ſie ſind nachher in „Frau
Aventiure“ aufgenommen worden.
Vom Chiemſee brach er in Geſellſchaft des treuen Freundes
aus den Münchener Studienjahren, Auguſt von Eiſenhart, zu einer
Wanderung auf, die über Salzburg ins Salzkammergut an den
Mondſee und Aberſee führte; dort ward in Sankt Wolfgang län-
gerer Aufenthalt genommen. Ein Brief an den Großherzog von
Sachſenͤ Weimar, am 15. Juni 1860 auf der Heimkehr in Paſſau
geſchrieben, ſchildert ausführlich, was den Dichter in dieſe Gegen-
den führte und die Eindrücke, die er dort wandernd empfing.
„Salzburg mit ſeiner herrlichen Umgebung bot ſich in voller Pracht
des erwachenden Frühlings dar. Von dort zog ich auf die Fährten
eines in die Paſſauer und Oſtmarkgeſchichten vielfach verflochtenen
Mannes, des ſpäter heilig geſprochenen Biſchofs Wolfgang von


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke1/0210