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—146 Bergpfalmen.
Drang ſpottend der ſorglichen Moosverſchließung
Schneidiger Hauch. Er ſcheuchte vom Schragen.
Und ich hub mich hinaus vor die Pforte der Klauſe
Barhäuptig, flatternden Bartes,
Und ich beugte ein Knie, demütig erſchauernd,
Denn ich erkannte die Stimme des Herrn,
Der auf Flügeln des Windes im Sternenſchein
Gewaltig dahinfuhr.
Er aber ſprach mir:
„Lange hab' ich nicht Umſchau gehalten,
Ließ wuchern und wachſen das Menſchengewächs
Wie die Sträucher des Waldes, nebeneinand
Gut und bös.
Nun gehn meine Wege im Wetter und Sturm,
Nun iſt mein Wille, ein Zeichen zu geben,
Das die Spreu gemahnet, daß ſie nur Spreu iſt,
Das den faul und brüchig Gewordnen im Geiſt
Den Meiſter weiſt.
Und wie ich über den Bergwald itzt brauſe,
Den Bäumen unhold,
Alte entwurzelnd, junge im Wipfel
Schüttelnd und knickend, daß ſie erächzen,
Alſo ereile ich draußen die Lande,
Will ihre Städte und Märkte umpfeifen,
Um manch ein wohlumſchuppt Gotteshausdach
Trotz ſorglich gepflegten Gebets und Geſangs
Und ewigen Lichts
Soll ſich ein Schindelgewirbel erheben,
Der Wohnſitze Grundfeſten ſollen erſchüttern,
Daß der Zechtiſch erdröhnt und hoch vom Geſims
Der Becher dem Zecher aufs Haupt ſtürzt.
Keine Ruh' ſei vergönnt zu nachtſchlafender Zeit;
Wer minnebegehrſam zur Liegerſtatt ſchleicht,
Dem entſchwanke, im Fußgeſtell zitternd, ſein Bett
Und verleid' ihm die nächtigen Spiele.
Gewäſſer und Ströme will ich durchfurchen,
¹ Lagerſtätte (auf einem Geſtell aus gekreuztem Holzwerk).
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