Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-1
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (1)
[1919]
Seite: 222
(PDF, 92 MB)
Bibliographische Information
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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222 Rachleſe.

Zu Berlin auf den Barrikadigen
War ich nicht mehr von Gottes Gnadigen,
Focht die ganze Nacht;
Als der Morgen tagt,
Zog die Garde ab und ich war ſouverän geworden.

Zu Frankfurt bei dem Vorparlament⸗
Bin ich mit die Republikaner gerennt;
Kam des Rothſchilds Mohr,
Zauſte mich beim Ohr
Und ſchrie: „Es lebe die konſtitutionellige Monarchie!“

Zu Frankfurt in dem Eſſighaus
Da lebt' ich einſt in Saus und Braus,
Da ſchmollierte ich
Mit Zitz und Metternich
Und ſprach: „Seid meine Freunde und zahlt meine Rech—
G nunge!“

Im Schwarzwald bei dem Doſſenbach
Da gab es einen Flintenkrach;
Lufen all davon
Von der deutſchen Legion,
Nur der Kommandant Herwegh nicht; — denn der fuhr
unter einem Spritzleder“.

Zu Heidelberg am Oſterfeſt
Da bin ich auch dabei geweſt;
Doch mein Mordgewehr
Nahm die Bürgerwehr,
Bekam's aber vom Burgermeiſter ſamt einem Trinkgeld
wieder zurück'.

1 Am 18. März 1848. — ² Das Vorparlament trat am 30. März in
Frankfurt a. M. zuſammen. — 3 Das Eſſighaus an der Bilbeler Gaſſe war ein
Hauptverſarumlungsort der Demokraten, zu deren radikalſten die Mainzer
Zitz und Germain Metternich gehörten. — ¾ Herweghs deutſche Legion
wurde am 27. April bei Doſſenbach ſüdlich von Schopfheim von württem⸗-
bergiſchen Truppen zerſprengt; Herwegh floh in einem Wagen verſteckt, den
ſeine Frau führte, über die Schweizer Grenze. — ⁵5 Als die Sinsheimer und
Elſenztäler am Oſtermontag den 24. April bewaffnet nach Heidelberg zogen
und die Verkündigung der Republik verlangten, wurden ſie von der Bürger-
wehr kräftig heimgeſchickt. Die abgenommenen Waffen ſchickte man ihnen in
die Heimat nach; Bürgermeiſter Winter ſpielte dabei eine zweideutige Rolle.

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