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1. Bummellieder und ſcherzhafte Gedichte. 253
Mond da!
Mond, he, wer wohnt da?
Du bleiche Weltlantern',
Gibt's nirgend hier en Troppe Wein
Für Reiter aus der Fern'?“
:: Weich, con sentimento:
Da ſtieg aus Tiefen, ringumwallt,
Ein Klaglaut in die Höh'.
Im „Traumſumpf“ ſeufzt' als Mondgeſtalt
Der Exmenſch Carové::
„Schont da,
Schont doch den Mond da!
Wer mag ſo roh hier ſchrein?
Bei uns gibt's keine Atmoſphär',
Kein' Sauerſtoff, kein' Wein!“
Der Rodenſtein ſprach: „Blitz und Krach!
O Fledermausplanet!
Lauft hier man nur dem Weibsvolk nach,
Wenn Nacht am Himmel ſteht?
Stern da!
Stern ohne Kern da,
Ihr habt uns ſchwer betrübt!
Man meint doch, daß, wo Vollmond ſei,
's auch 'was zu trinken gibt!!
„O Wahn und Tran! o Feldkaplan!
's geht Luft und Atem aus.
Die Milchſtraß' geht uns auch nichts an —
Wild Heer, links um! nach Haus!
Fern da,
Fern allen Stern' da!
Die Welt liegt überzwerg:
Es gibt im Himmel und auf Erd'
Halt nur ein Heidelberg.
Huſſa hallo
Jo hihahoh!
ifriedrich Wilhelm Carové, geb. 1789, Philoſoph und Politiker,
Begründer bder Heidelberger Burſchenſchaft, geſt. 1852 in Heidelberg.
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