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3. Trompeterlieder. . 263
Ja, ich lieb' ihn. Stolz und freudig
Ruf' hinaus ich's in die Welt:
Traum und Schatten iſt das Daſein,
Das die Liebe nicht erhellt!
IV.
Im großen Hauskalender
Seh' ich zufällig nach,
Da find' ich juſt Sankt Werner,
's iſt heut ſein Namenstag.
Jetzt pflück' ich rote Roſen,
Dazu Gelbveigelein,
Und werf', zum Strauß gebunden,
Sie in die Stube ſein.
Mach' ein altklug Geſicht dann,
So ernſt ich's nur vermag;
Ob er wohl wird erraten,
Wer ihm die Blumen brach?
Werners Lieder aus Welſchland.
I1.
Ich ſah ein Sternlein glänzen
Am Himmel licht und ſtumm,
Es fiel ins Meer herunter,
Wußt' ſelber nicht, warum.
Ich ſah zwei Menſchenkinder,
In Liebe beiſammen ſtehn,
Sie mußten ſich verlaſſen,
Der Sturm tät' ſie verwehn.
II.
Als ich von ihr gegangen,
Da war der Weg mir weit,
Es ziſchelten die Schlangen,
Es lachten die böſen Leut'.
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