Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-1
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (1)
[1919]
Seite: 274
(PDF, 92 MB)
Bibliographische Information
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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274 Nachleſe.

„Sündenrohe, pfründenfrohe,
Grundreiche Rundbäuche;
Sollten Segner ſein, ſind Flucher,
Treiben mit dem Heiligen Wucher.
Taufe, Chriſam, Seelenheil,
Alles um den Pfennig feil!“

Der Meiſter hat geſcholten.
Wem hat's gegolten?
Den großen Herrn!
Was ſprach er?
vCänderfräßige, unbotmäßige,
Streitharte Neidharte!
Nie Gehorcher, nur Befehler,
Nie freiwillig Kaiſerwähler,
Widerborſtig, fehdeblind,
Drehn den Mantel nach dem Wind!“

Der Meiſter hat geſcholten.
Wem hat's gegolten?
Ihm ſelber!
Was ſprach er?
„Leidverträumer, Zeitverſäumer,
Morgenſchläfer, Sorgenſchäfer!
Nichts erringend, nichts erſchwingend,
Stets bei leeren Truhen ſingend,
Arm, gedrückt wie Lazarus,
Kaum beglückt durch Frauenkuß!“



Biterolf an Viola'.

Mir altem Biterolfe
Iſt viel gut Heil geſchehn,
Daß ich ſo werte Fungfrau
Bei mir als Gaſt darf ſehn.

1 Die LTitelfigur des Wartburgromans nach dem erſten Plan (ogl. unſere
Einleitung zu „Frau Aventiure“ in Bd. 2).

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