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4. Aus dem Bereilch der Frau Aventiure. 275
Nun nehm' ich noch ſo gerne
Das Förſterbeil zur Hand
Und kreiſe in die Ferne
Im raäͤuhen Pürſchgewand.
Und brennt mir auf die Stirne
Die Mittagſonnenglut,
Denk' ich der Abendheimkehr,
Und friſch wird Schritt und Mut.
Mein Bracke, mein getreuer,
Schlägt fern ſchon grüßend an,
Glänzt uns mein weiß Gemäuer
Entgegen durch den Tann.
Und laut ins Hifthorn blaſend,
Steig ich herab zum Tor,
Hei, wie der Schritt ſich ſputet!
Viola ſteht davor.
Was ich auf keckem Jagen
Mit Pfeil und Speer gewann,
Und was mein Garn beſchlagen,
Mild lächelnd ſchaut ſie's an.
Und dankbar nickend wählet
Sie ihren Beuteteil.
O Gruß von ſchönen Augen,
O beſtes Weidmannsheil!
Des Tennebergers Abſchied vom Kloſter Neinhards-
brunn.
Nun du Gaſtrecht mir erwieſen,
Frommes Haus, ſo ſei bedankt.
Ließeſt du mich mehr genießen,
Wär' ich auch nicht dran erkrankt.
Sieben Fiſchlein, wohlgeſalzen,
Trug der Tiſch — ich fand ſie recht,
Doch im LTeiche ſah ich ſchnalzen
Einen wundersgroßen Hecht!
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