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Nachleſe.
Klara!.
Stets freu' ich mich, o Klärchen,
Und alles freut ſich mit,
An deinen ſiebzehn Fährchen,
An deinem leichten Schritt.
Das ſind die Backfiſchzeiten,
Wo kein Ding ſchwer man nimmt
Und huſchig plätſchernd und ſchnalzend
Im Strom des Lebens ſchwimmt.
Das ſind die Frühlingszeiten,
Wo hell man jauchzt und ſingt,
Wo lerchenfroh die Seele
Sich hoch gen Himmel ſchwingt.
Drum preiſ' du heut wie morgen
Die goldne Jugendzeit,
Schlepp' nie ein Bündel Sorgen,
Schlepp' nur die Schlepp' am Kleid.
Sei wie die guten Eltern
Stets einfach, treu und wahr,
Sprich wenig falſche Worte,
Trag' wenig falſches Haar.
Lach' über Toren und Weiſe
Als fröhlich Schwabenkind,
Kaum merkend und bemerkend,
Wie viele gut dir ſind.
Einsmal kommt auch der Rechte,
Der dich als Backfiſch fiſcht.
Der Herrgott fügt's ſchon richtig,
Wenn man von Stuegert' iſcht.
Und ruht dein braver Onkel,
Der dieſe Worte ſpricht,
Dereinſt in kühler Erde
Von Rheuma, Groll und Gicht,
1 Klara Bonz in Stuttgart, Cochter von Scheffels Verleger. — ² Stuttgart.
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