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6. Gelegenheitsgedichte. L 333
Die ſchönſten Roſen friſch und duftig auf.
Zu Oberndorf im alten Schwabenland
Hat er ein ſolches Röslein ſich erſpäht —
Und führt es heim — die Hochzeitsglocken läuten;
Es geht die Sage, 's war ein ſchönes Paar;
Doch leider kann der Sänger dieſes Lieds
Nicht ganz aus eigner Anſchauung berichten,
Wie dort im Zugendſchmuck zur Kirche ſchritten
Der Hauptmann und die blonde Schwabenmaid.
Zu Karlsruh' ward der eigne Herd gegründet,
Und hier im Hauſe, das uns noch umfängt,
Erblühte ihnen häuslich ſtilles Glück.
Es muß die Liebe in den erſten Zeiten
Schier heiß geweſen ſein — denn eines Tags
Schlug aus des neuvermählten Hauptmanns Zimmer
In Rauch und Qualm die helle Flamm' heraus —
Doch brannten ihm die Bücher nur und Hausrat —
Es ward das Feuer glücklich noch gelöſcht.
Und ſo ſind wieder dreißig Fahr vergangen
Im Dienſt des Staats, in häuslichem Beruf.
Seit dreißig Jahren ſah man täglich wandeln
Ihn zu dem nahen Bureau — Kopf und Hand,
Sie waren tätig zu des Landes Nutzen —
Und mancher fährt wohl itzt mit breitem Wagen,
Wo früher nur ſich ſteiler Fußpfad wand,
Und mancher baut ſich fröhlich ſeinen Acker,
Wo früher noch des Rheines Wogen rauſchten —
Das iſt des Baurats dauerndes Verdienſt.
Doch wie als Vater er mit warmem Herz
Im Kreis der Seinen treulich hat gewaltet
Das ſei mit leiſem Finger nur berührt.
O, wenn der alte Ahorn drauß im Garten,
Der unſerm Leben ſtummer Zeuge war,
Ein Lied könnt' ſingen — hei, das würde rauſchen!
Aus Aſt und Zweigen käm' in vollem Ton
Herabgetönt ein reicher Ehrenſang
Von unverdroßner Sorge um die Kinder,
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