Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-1
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (1)
[1919]
Seite: 346
(PDF, 92 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke1/0419
346 Nachleſe.

Feſtlied.
Zur goldenen Hochzeit des Grafen zu Oberndorf mit der Gräfin zu
Ingelheim am 30. Dezember 18731.
1.
Einſt kam zu Brömſers Feſte?
Am Rhein ein edler Graf,
Der dort der Frauen beſte
Mit holder Tochter traf.
Er jagte nicht nach Wilde,
Er kam als Mann, der minnt,
Und führt im Wappenſchilde
Ein Mütterlein, das ſpinnt.
Chor.
Schnurre und ſurre, mein Rädchen,
Dem Heil des Geſchlechtes geweiht!
Silberne, goldene Fädchen
Spinne im Abſchwung der Zeit!
2.
Er ſprach: „Einſt trug Herrn Einhard
Aus Ingelheims Palaſt
Die Kaiſertochter Emma
Im Schnee als liebe Laſt'.
Nach alter Franken Sitten
Tret' ich vor Euer Kind,
Uns gleiches zu erbitten
Vom Mütterlein, das ſpinnt.“

Chor.
Schnurre und ſurre, mein Rädchen,
Dem Heil des Geſchlechtes geweiht!

1 Graf Alfred von Oberndorf (1802—88) auf Neckarhauſen bei
Mannheirn hatte ſich 1823 in Geiſenheim mit Thereſia, Gräfin von Ingelheim
(1805—75), vermählt. Die Grafen von Oberndorf führen eine Spinnerin im
Wappen. — 2 Die Nieder- oder Brömſerburg in Rüdesheim befindet ſich ſeit
1811 im Beſitze der Grafen von Ingelheim. — ³ Die Sage erzählt, während
einſt Einhard, der bekannte Verfaſſer der Lebensgeſchichte Karls des Großen,
wie oft zum Stelldichein bei Karls Tochter Emma weilte, ſei ein ſtarker Schnee-
fall eingetreten. Enma habe darauf den Geliebten auf dem Rücken nach
ſeiner Wohnung getragen, damit nicht ſeine Fußſtapfen im Schnee ihn verrieten.

10

15

20


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke1/0419